Tierschutz-Hunde...

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Buddy
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Buddy » 06.07.2016, 16:12

Und warum habe ich wieder das Gefühl, das Fronten aufgebaut werden ? TS gegen Zucht ?
Bin ich schlechter weil ich mich für einen Züchterhund entscheide ?

Ich sage klar Nein. Beides hat Vor- und Nachteile.

Ich würde jederzeit wieder einen TS Hund nehmen, aber ich sage auch das sie super schwierig sein können.

Das Hier und Jetzt sehe ich auch etwas zweigeteilt . Hunde haben meiner Meinung nach eine Vergangenheit, die sie im Handeln und Denken beeinflußt.

Na ja und die Probleme mit dem Hund resultieren meiner Meinung nach meist aus unüberlegten Anschaffungen egal ob eines TS oder Züchterhundes.

Man läßt sich zu sehr von Optik leiten.
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Karin
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Karin » 06.07.2016, 16:50

Im hier und jetzt leben heißt wohl eher, dass sich Hunde keine ( bessere) Zukunft vorstellen können.
Wären sie von Vergangenem nicht zu beeinflussen, könnte man ihnen nichts beibringen, sie wären, auch Urvater Wolf, zum Verhungern verurteilt, wenn frei lebend. Wo war noch mal der Abfalleimer mit den leckeren Pizzaresten? Wie sah der Mensch aus, der mich gestern getreten hat? Dazu muss ein Individuum auch mit anderen seines Verbandes kommunizieren können: Achtung, Gefahr! Oder lecker Essen.
Was Tiere sicher nicht können, ist sich vorstellen, dass momentan Unangenehmes ( Impfen, Kastration, Baden etc) sich lohnt für eine bessere Zukunft. Ein Hund der nie in einer Familie lebte, soll eine Vorstellung von diesem Leben haben?
Sie passen sich an, aber ob nicht manchmal eine Erinnerung hochkommt, sich seinen Sexualpartner selber suchen, eine feste Hundegruppen haben, darin einen Status, fressen und fortgehen selber bestimmen. Natürlich haben nicht alle TSHunde so gelebt, aber Strassenhunde sicher.

LG

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Catrin
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Catrin » 06.07.2016, 17:31

Buddy hat geschrieben:Und warum habe ich wieder das Gefühl, das Fronten aufgebaut werden ? TS gegen Zucht ?
Weil es in den Beiträgen, auf die ich geantwortet habe grundsätzlich nur um Probleme der TS-Hunde geht bzw. weil unterstellt wird, dass sich Menschen überschnell, emotional und unrational nur im Bereich des TS für einen Hund entscheiden.

Es gibt bestimmt viele Menschen, die sich heute z.B. eine Engl. Bulldogge kaufen und über die Folgekosten einer möglichen OP aufgrund der Brachycephalie nichts wissen oder diese nicht einplanen oder die Züchter dementsprechend nicht auswählen.
Und es wird besimmt auch viele Züchter dieser Rasse geben, die darüber nicht aufklären - logisch, wenn sie gezielt auf dieses Problem hin züchten. Das ist jetzt ein gesundheitliches Problem.

Ein anderes Beispiel wären die Käufer der Border Collies und Aussies, die sich nicht vom Kauf abhalten lassen, auch wenn es mittlerweile genügend Infos über die eventuell auftretenden psychischen Probleme dieser Rassen gibt.

Lassen sich rational, d.h. nicht durch Mitgefühl gesteuerte Menschen abhalten, ihre eventuell problematischen "Traumhunde" vom Züchter zu kaufen, indem sie nachdenken? Eher weniger - m.M.n.

Ich würde mir wünschen, dass auch Menschen, die Hunde vom Züchter kaufen, mehr als einen Gedanken daran verschwenden, ob diese Rasse mit ihren eventuellen Problemen zu ihnen passt, bevor sie sich Gedanken um den richtigen Züchter machen.
Genauso wie es hier von Menschen gewünscht wird, die sich Tiere aus dem TS holen.

Hinzu kommt, dass auch jeder Welpe vom Züchter seinen Koffer trägt mit u.a. genetischen Anlagen, Prägungen, evtl. schon Ängsten, Erkrankungen.

Wenn dich die Frontenbildung stört, Claudia, so stört mich diese Unterstellung, dass sich Menschen TS-Hunde alleine aus Mit"leid" holen, ohne zu bedenken, was sie sich und dem Tier bzw. ihren schon vorhandenen Tieren damit u.U. antun.

Sowohl im TS als auch in der Zucht gibt es solche und solche Menschen - solche und solche TS-Vereine - solche und solche Züchter!
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Charlotte
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Charlotte » 06.07.2016, 17:40

Buddy hat geschrieben:Das Hier und Jetzt sehe ich auch etwas zweigeteilt . Hunde haben meiner Meinung nach eine Vergangenheit, die sie im Handeln und Denken beeinflußt.
Ich finde ein ständiges Leben "im Hier und Jetzt" völlig unsinnig.

Der Mensch braucht die Vergangenheit um im " Hier und Jetzt" seine Bedürfnisse, Ängste, Verletzungen usw. zu verstehen.
Diese vergangenen Erfahrungen, Gefühle sind ja nicht weg sondern mehr oder weniger zugänglich und präsent.

Die Gegenwart läßt uns direkt atmen, sehen, empfinden, denken usw. usw.

Und zuküftige Vorstellungen braucht man um Pläne und Vorkehrungen und für eine angenehme Gegenwart entwickeln zu können.

Ich denke, man braucht alle drei Zeiten um eine persönliche Entwicklung zu machen.

Die Frage ist kann man es auf Tiere übertragen?
Ich denke : Ja.....wenn ich mir die Eichhörnchen im Garten so ansehe....die schon bald wieder einsammeln gehen.
Ich brauche keine guten Vorsätze. Ich bin mit den schlechten noch gar nicht durch.
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Buddy » 06.07.2016, 17:46

Catrin mich stört einfach diese Verallgemeinerung zum Thema Hund.

Nicht mehr nicht weniger. Ich bin selber Halter von 2 TS Hunden und würde mich immer wieder für einen entscheiden, trotz meiner nicht guten Erfahrungen, die ich teilweise meiner eigenen Unwissenheit zu verdanken habe.

Ich reagiere im Allgemeinen sehr allergisch auf dieses, ich nenne es mal Schubladendenken in der Hundeszene.

Da gibt es so viele Gruppen, die was gegen andere haben. TS gegen Züchter, Ausland TS gegen Inland TS, Sokahalter, Schäferhundehalter, Kleinhundehalter gegen Großhundehalter usw.

Und das geht mir einfach gegen den Strich. In erster Linie sind wir alle Hundehalter und sollten an einem Strick ziehen, aber nein, wir machen uns selber das Leben schwer.

Ständig wird man in eine Ecke gedrückt und muss sich rechtfertigen, warum einen Hund aus dem Ausland ?? Warum keinen Cocker vom Züchter. Und man fängt immer an sich zu entschuldigen.

Warum ?

Ist der eine besser als der andere ? Oder machen nicht auf allen Seiten die Leute gleich wenig Gedanken ?

Züchter spielen Erbkrankheiten runter, TS die Mittelmeerkrankheiten. Für mich kein Unterschied.

Verstehst du was ich meine ? Ich denke es sollte da mal über einen Kamm geschoren werden.

Gitta, so ähnlich sehe ich das auch.

Ich denke schon das Hunde/Tiere nicht nur im Hier und Jetzt leben.

Ich denke sie machen aus der Situation, in der sie gerade sind, einfach das für sie Beste und deswegen meint man sie leben nur im hier und jetzt.
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Catrin » 06.07.2016, 17:49

Ja, Claudia, sehe ich auch so.
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Buddy » 06.07.2016, 17:54

Ich glaube ich führe im TS einfach zu viele Gespräche mit Leuten, die sich nicht genug Gedanken gemacht haben und sehe dann das Negative in eigentlich schönen Sprüchen, wie die von dir im Anfangsthread.

Es ist traurig wie wenig Gedanken sich viele machen bevor ein Hund einzieht.

Oder mache ich mir zu viele ? Ich habe keine Ahnung
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Catrin » 06.07.2016, 18:33

Buddy hat geschrieben:Es ist traurig wie wenig Gedanken sich viele machen bevor ein Hund einzieht.
Gilt wohl mittlerweile (?) generell und leider auch nicht nur bezogen auf Hunde...
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Re: Tierschutz-Hunde...

Beitrag von Sabine, Grille, Hummel » 06.07.2016, 20:02

Ist ein kontroverses Thema!

Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich mit TS-Leuten hier im Forum angeeckt bin wegen Pebbles. (Und bei einem div. TS-Vereine alle mal.)
Sie war nicht aus dem Tierheim oder einer TS-Orga, aber verlor genauso ihr Zuhause, wie z.B. ein Hund der in ein Tierheim abgegeben wird. Sie war kein Nothund, basta! Ich hätte den Hund gekauft!
Wo ist der Unterschied ob ich eine Auslöse im TS oder bei Privatabgabe zahle? Die sich übrigens nicht groß unterschied.
Natürlich war sie kein Tierschutzhund. Aber sie verlor auch ihr Zuhause. Ich sah und sehe es auch heute nicht anders.


Habe ich eben gefunden und zeigt eigentlich deutlich, wie Hunde sich verändern wenn sie, trotz Straßenhundvergangenheit, gepflegt werden und einen Halt finden.

https://www.youtube.com/watch?v=FTcJmDgsFMM

Sorry, dass ich das noch bemerke. Die Auffangstation in Thailand ist für mich ein gutes Beispiel für guten, schützenden Tierschutz! Völlig anders als so manches "Sammelbecken" im europ. Ausland!
Cocker sind wie eine Frikadelle - da ist alles drin!

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