Meinungen zum US-Wahlkampf

Catrin
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 23.02.2017, 11:20

nur kurz, da im Stress:
Zulle hat geschrieben:
Catrin hat geschrieben:Sorry, so lustig dieses Video ist, es ist Fake!
Kannst Du diese Aussage näher erklären ? Ich verstehe sie nicht.
... da - wie geschrieben - sich m.M.n. jedes Land als "first" sieht und daher diese "Bewerbung um den 2. Platz" doch Unsinn ist und Stimmung schürt.

Nur weil Frau Merkel nicht sagt "Deutschland zuerst", heißt das doch nicht, dass sie nicht so handelt und es auch nicht so erwartet wird. Altruistische Regierungen wird es wohl kaum geben.

Und noch kurz zum gestrigen Link zur "Anstalt" - es lohnt sich auch, die ganze Sendung anzusehen. Gibt es auf youtube.
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Bella
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Bella » 23.02.2017, 15:14

Die Videos zu 'every second counts' sind kein fake, sondern Satire... und zwar zum Teil richtig gut gemacht. Ich würde die Aktion als Galgenhumor bezeichnen - was anderes bleibt einem ja angesichts der Dinge, die Trump täglich raushaut, kaum übrig. Die Washington Post hat 133 Lügen allein während der Zeit seit dem Amtsantritt belegen können.
Der Mann macht mir Angst, ganz ehrlich.

Nicht, dass andere Politiker nicht auch lügen, aber der Typ bekleidet eines der mächtigsten Ämter der Welt und hat es in der Hand ganz furchtbar viel kaputt zu machen. Und er hat bereits damit angefangen und macht fröhlich und unbelehrbar weiter... gruselig
Liebe Grüße
Bella

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Zulle » 23.02.2017, 15:48

Danke Bella. Dass Du Dich äußerst und die "every second counts" als das verstehst, was sie sind. Satire. Vereinender, länderübergreifender Humor, um eine Gestalt wie D.T. irgendwie zu ertragen.

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Charlotte
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Charlotte » 23.02.2017, 16:37

Bella hat geschrieben:Der Mann macht mir Angst, ganz ehrlich.

Nicht, dass andere Politiker nicht auch lügen, aber der Typ bekleidet eines der mächtigsten Ämter der Welt und hat es in der Hand ganz furchtbar viel kaputt zu machen. Und er hat bereits damit angefangen und macht fröhlich und unbelehrbar weiter... gruselig


Für mich hat er eine narzisstische Störung und das macht alles noch viel brisanter.
Ich brauche keine guten Vorsätze. Ich bin mit den schlechten noch gar nicht durch.
(SCHWARZER-KAFFEE.NET)

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Bella » 23.02.2017, 17:10

Ich habe gehofft, dass ihn die bestehenden 'Seilschaften' im Hintergrund daran hindern, sich derart auszutoben. (...allein, dass ich so etwas hoffe, ist schon absurd :roll: ...der ganze Politikapparat mit all seinen Verstrickungen und geheimen Machenschaften und Einflussnahmen ist ein furchtbares Moloch, aber irgendwie geht es hier nur um Pest oder Cholera).

Aber auch wenn er bei seiner Kabinettbildung den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen musste, scheint er im Moment vor Aktionismus nicht zu bremsen zu sein.
Liebe Grüße
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Zulle » 23.02.2017, 17:46

Bella hat geschrieben:Ich habe gehofft, dass ihn die bestehenden 'Seilschaften' im Hintergrund daran hindern, sich derart auszutoben.
Wer sich ihm in den Weg stellt, wird entfernt bzw. ausgetauscht. Am Ende duldet er nur noch Leute um sich, die ihm zu Munde reden, das Krönchen zurechtrücken und die Fusseln vom Jacket bürsten. Es ist unverantwortlich, einem Menschen allein so viel (unvorstellbare) Macht in die Hände zu geben. Und dabei ist es egal, ob er ein tatsächlicher Narzisst ist oder sich nur wie einer benimmt. In den USA müßte es einen Aufstand der Anständigen geben, einen landesweiten Krawall, eine millionenfache Empörung. Wahl hin oder her.

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 23.02.2017, 18:23

Catrin hat geschrieben:Das Wahrheitsministerium und die Geheimsache D. Trump - Die Highlights aus "Die Anstalt" vom 07.02.2017
https://www.youtube.com/watch?v=qz7T9sCI_lg

Ich frage mich ja, wie diese Sendung bei ZDF überleben kann. Denn Satire verbreiten die nicht, sondern soviel ich bis jetzt gesehen habe, die einzig "wahren" Nachrichten im Mainstream.
Beispiel... "... ab wieviel Bomben gibt es den Friedensnobelpreis?"
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Vera » 23.02.2017, 19:44

Zulle hat geschrieben:Mir kommt Trump vor wie ein altes Kind beim Rollenspiel. Heute darf unser Donald der Präsident sein! Und in dieser Rolle zeigt sich Donald entschlossen allen zu zeigen "was eine Harke ist". Endlich! In welchem Tempo er nun Dinge durchsetzt und beschließt .....besorgniserregend. Als ob er übermorgen seine Präsidentenrolle an Klein-Charlie abgeben müsste. Der Mann kann sich doch unmöglich mit den jeweiligen Themen besonnen und überlegt beschäftigt haben.
Das sehe ich genau so - was aber noch erschwerend hinzu kommt: der Mann verfälscht regelrecht viele Dinge - siehe Schweden - das ist unglaublich, wie er da die Tatsachen verdreht!
Und noch schlimmer: seine Anhänger scheinen alles ungefiltert zu glauben.

Dieser Mann ist einfach nur zum Grausen.
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Zulle » 24.02.2017, 10:13

Catrin hat geschrieben: Ich frage mich ja, wie diese Sendung bei ZDF überleben kann. Denn Satire verbreiten die nicht .... .
Was denn sonst? Die "Anstalt" ist ein Satire-Format. Ich habe mir gestern Abend die Sendung angesehen. Sehr gutes politisches Kabarett! Doch warum sollte sie abgeschafft werden, verstehe ich nicht. Stichwort Kunstfreiheit. Nur weil die Darsteller in ihrem Programm Obama "endlich" als „Bösen“ entlarven, der die Gunst der Welt nie verdient hatte?
Und weil die Trump-Anhänger (die sich absurderweise durch die internationalen „"every second counts"“ –Satiren beleidigt fühlen und somit viel gemein haben mit ihrem neuen Helden) wiederum durch eine Satire-Sendung wie diese bestätigt sehen, dass der neue "Präsident" keinen Deut schlimmer ist als alle seine Vorgänger?


Wollte den mehrfachen Verweis zur "Anstalt" nicht ignoriert stehen lassen. Nur aus diesem Grund habe ich mir noch eine kleine Antwort abgerungen.

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 24.02.2017, 12:18

@ Vera: Ich gehe zwar nicht davon aus, dass du mich meinst... Aber trotzdem weise ich mal darauf hin, dass ich kein "Anhänger" von Trump bin und nichts (!) ungefiltert glaube.

Ich wage es allerdings auch mal, vorsichtig darauf hinzuweisen, dass wir alle nicht wissen, was die Amerikaner von D. Trump halten, erwarten - vor der Wahl und jetzt nach ca. 4 Wochen. Natürlich "erreichen" uns Bilder und Worte demonstrierender Massen. Aber ist das repräsentativ? Zumindest wird es uns so suggeriert.

@ Petra: Du forderst einen "Aufstand der Anständigen". Ich möchte dir ja nicht zu nahe treten, aber sind im Umkehrschluss alle Trump-Wähler und diejenigen, die ihn nun nicht kritisieren oder sich empören, un-anständig?

Ich wundere mich über diese Aufregung und frage mich ernsthaft, warum sich jetzt „jeder“ Sorgen macht, Angst hat etc.

Die USA unter Bush, Obama und ihren vorherigen Präsidenten haben so viele illegale Kriege geführt und zig-Millionen unschuldige Menschen getötet, sie haben dafür öffentlich gelogen, Tatsachen verfälscht und uns alle bewusst getäuscht. Wir standen (stehen?) kurz vor einem Krieg mit Russland.
Wo war und ist da die Empörung, wo war die Forderung nach Aufständen, wo waren die Demos … oder eventuell auch nur die Berichte darüber?

Wo waren / sind die Medien, wenn es darum geht, diese illegalen Kriege anzuprangern und uns darüber zu informieren? Wo sind die Forderung nach Konsequenzen für die „Kriegsverbrecher“ Bush, Obama etc.?
Man lese bitte Artikel 2 der UN Charta:
„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
D.h. Kriege ohne UN-Mandat sind verboten, sind Kriegsverbrechen, für die sich andere Regierungen bereits vor dem Kriegsverbrechertribunal verantworten mußten. Aber durch die Struktur der UN ist die USA fein raus… und machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Wenn eine Regierung nicht passt, wird sie „aus den Weg geräumt“ (um bei deinen Worten zu bleiben, liebe Petra). Regime Change nennt man das.
Im übrigen passt zu "aus dem Weg räumen" auch der "Fall Bernie Sanders", oder?

Mich würde interessieren:
Was wäre denn unter H. Clinton anders gewesen / geworden bzw. hättet ihr mit ihr als Präsidentin weniger oder gar keine Angst gehabt?

Mir machen die Medien Angst und der MAcht-Apparat der hinter ihnen steht und nicht in erster Linie Donald Trump.

-----

Und als Nachtrag, da ich gerade deine Antwort lese, Petra.

Du kannst mich gerne als "Trump-Anhänger" beschimpfen, auf eine Stufe stellen oder what ever ... nur weil ich nicht wie du vorbehaltlos gegen ihn bin, sondern differenziere und auch die "Vor-Trump-Ära" der amerikanischen Politik sehe.

Ich fühle mich durch die "every second counts"“ –Satire nicht beleidigt, aber es ist schade, dass man so auf diesen Ausspruch von Trump herumreitet, dass in der Öffentlichkeit sein Name nur/direkt mit "America first" verknüpft wird - so wie Obama nur mit seinem Friedensnobelpreis. Es wird beiden Persönlichkeiten nicht gerecht.

Und ja, "Die Anstalt" ist Satire ... aber selten zum Lachen.
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Zulle » 24.02.2017, 13:16

Ich beschimpfe Dich nicht, Catrin. Deine Haltung zu allen „Deinen Themen“ ist konsequent. Du (als Wissende) gegen den Rest (Verdummter). Du gehst davon aus, dass nur eine kleine „informierte“ Gruppe die Komplexität dieser Welt durchschaut. Menschen, die ihre Informationen jenseits des Offiziellen ziehen und damit, natürlich, auf der richtigen Seite stehen und den wahren Blick haben. Denn in der Höhle des Mainstreams bewegen sich ausschließlich Verräter, Manipulatoren und Verblödete. Im letzten Jahr habe ich mir eine Videobotschaft von Ken Jebsen (ich vermute, eine Deine Hauptorientierungsquellen) angesehen. Es war eine Brandrede. Ich sah einen unbeherrschten, geifernden und hysterischen Mann. Und war ehrlich erschrocken über soviel Anmaßung.
Aber was tue ich eigentlich. Ich wollte nur die ""Every Second Counts"-Videos" vorstellen und mich zu keiner dieser Debatten hinreißen lassen. :shock: Aber ich weiß, dass Du das auch nicht willst. Jedenfalls nicht (mehr) hier.

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 24.02.2017, 14:41

Petra, ich werde dir jetzt nicht inhaltlich auf deinen Beitrag antworten, vielleicht Montag, vielleicht auch gar nicht... anonsten artet evtl. auch meine Antwort zu einer Beleidigung aus, über die man sich - mit etwas Abstand - ärgert.

Gerne würde ich sachlich Stellung beziehen, auch wenn du mir dazu nur wenig Anlass bietest.

Und ob du das jetzt und das dann noch liest, steht eh in den Sternen.
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Bella » 24.02.2017, 15:00

Catrin hat geschrieben:Ich wundere mich über diese Aufregung und frage mich ernsthaft, warum sich jetzt „jeder“ Sorgen macht, Angst hat etc.
Ich mache mir Sorgen, weil ich Trump für einen sexistischen, ungebildeten, populistischen, narzistischen, zu blindem Aktionismus neigenden Menschen halte, der nicht in der Lage ist, über den Tellerrand zu schauen und sich ganz offensichtlich nicht der Gefahr bewusst ist, was er alles anrichten kann mit seinem unreflektierten Handeln und Reden.
Kritikfähigkeit, Wahrheitsliebe, Fingerspitzengefühl, diplomatisches Geschick, Weitsicht, Kenntnis wichtiger Verträge und Absprachen - alles absolute Fehlanzeige. Er bringt die Demokratie in Gefahr... und noch viel viel mehr.

Ich sage nicht, dass Clinton (oder ihre Vorgänger) gute Präsidenten gewesen wären... aber zumindest war durch Senat & Repräsentantenhaus eine Reguierungsmöglichkeit gegeben. Und (naja, mal abgesehen von Reagan und G. Bush) es war zumindest eine gewisse Intelligenz gegeben. Ich bin ganz sicher kein Freund der USA und mir ist deren Politik, andere Länder für eigene Interessen in Kriege zu stürzen absolut zuwider. Es ist also keine schwarz/weiß... gut/böse Betrachtung.

Und ja, er macht mir Angst. Trump mag sein Wirtschaftsimperium brilliant zu leiten wissen. Die Geschicke einer Atom-Weltmacht wie der USA hätte ich gern in besonneneren Händen gewusst.
Liebe Grüße
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Bella » 24.02.2017, 15:12

Catrin, ein Wort zu 'den Medien'.

In letzter Zeit liest man überall davon, das DIE MEDIEN uns einseitig und manipulativ informieren. Und dass man sich nur in 'unabhängigen Medien' ein korrektes Bild verschaffen könne.

Viele meiner Freunde und Bekannten sind journalistisch tätig. Bei ganz unterschedlichen Medien und in unterschiedlichsten Bereichen.
Fotojournalisten, Wirtschaftsjournalisten, Reporter bei unterschiedlichen Tageszeitungen, ORF-Rundfunk, ORF-Fernsehen, ... Natürlich sind manche davon einer politischen Richtung näher als andere. Und natürlich darf man nicht alles ungefiltert glauben.
Aber wie stellen sich denn die ganzen 'Lügenpresse'-Vorwerfer das vor? Die Journalisten, Publizisten, Verlage, usw. sind doch nicht alle völlig verblödet und lassen sich durch die Bank vorschrieben, was sie zu berichten haben. Gibt es da eine tägliche Zensur-Redaktionssitzung, in der bundesweit Sichtweisen und Themen vorgegeben werden?
Die Journalisten, die ich kenne, sind durchaus sehr kritische und intelligente Menschen, die sich und ihre Meinungen nicht über einen Kamm scheren lassen. Und die sich der Gefahr der Einflußnahme natürlich bewustt sind.

Kritisches Lesen & Hinterfragen ja, da bin ich völlig bei dir. Gleichmacherei und ein genereller Vorwurf an 'Die Mainstreammedien' - nein, ich denke, das muss man schon etwas diffenrenzierter sehen.
Liebe Grüße
Bella

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Vera » 24.02.2017, 15:35

Catrin hat geschrieben:@ Vera: Ich gehe zwar nicht davon aus, dass du mich meinst... Aber trotzdem weise ich mal darauf hin, dass ich kein "Anhänger" von Trump bin und nichts (!) ungefiltert glaube.
Nein, Catrin, ich meinte Dich auf keinen Fall. Ich meine die 10.000 de US-Bürger, die ihn bei jeder seiner Ansprachen bejubeln.
Vera mit Winnie, Pebbles und Philou im Bett
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 24.02.2017, 19:54

Nachfolgend wirr und evtl. unverständlich mein Beitrag zu den Medien... Aber ich wollte deine Antwort und Fragen nicht unbeantwortet lassen, Bella - auch wenn mir die Lust vergangen ist.
Bella hat geschrieben:Aber wie stellen sich denn die ganzen 'Lügenpresse'-Vorwerfer das vor? Die Journalisten, Publizisten, Verlage, usw. sind doch nicht alle völlig verblödet und lassen sich durch die Bank vorschrieben, was sie zu berichten haben. Gibt es da eine tägliche Zensur-Redaktionssitzung, in der bundesweit Sichtweisen und Themen vorgegeben werden?
Wie das "gemacht" wird, frage ich mich nach wie vor und denke naiv, dass es doch auch jetzt noch Journalisten wie Carl Bernstein und Bob Woodward geben müßte.Aber es fällt doch auf, dass es Tendenzen pro USA in der Berichterstattung gibt (gab? *g*), u.a. was deren "völkerrechtswidrigen Kriege" angeht und im Präsidentschaftswahlkampf gab es eindeutig Tendenzen pro Hillary Clinton, u.a. was ihre Affären anging. Andererseits wird Russland in "den Medien" tendentiell negativ dargestellt, sei es Putin persönlich, seine Politik oder Russlands "Rolle" im Ukraine-Konflikt bzw. die "Annexion" der Krim (dazu: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 84464.html).

Bei der Berichterstattung über den syrischen, von Seiten der USA völkerrechtswidrigen Krieg fielen evtl. bzw. sicher nicht nur mir die unterschiedlichen Darstellungen der Konflikte um Mossul und Aleppo auf. Auch jetzt, da der Kampf um Aleppeo beendet ist, sieht man keine Bilder von traumatisierten Kindern aus Mossul. Weil es die dort nicht gibt? Oder weil dort die USA und nicht Russland bombadieren?
Ja, ich weiß, es gibt die offizielle Erklärung, dass man beide Schauplätze nicht vergleichen kann/konnte: https://de.sputniknews.com/panorama/201 ... ndabilder/
Man mag mir nachsehen, dass ich das nicht glaube.

Es gibt auch Themen, die Tabu sind - wie z.B. 09/11. Dazu folgende Erfahrung von Dr. Daniele Ganser:
"Als ich an der ETH Forschungsstelle für Sicherheitspolitik in Zürich arbeitete, habe ich 9/11 untersucht und 2006 einen Artikel über den Streit um den 11. September im "Tagesanzeiger" verfasst und dann hat eben die amerikanische Botschaft interveniert und gesagt, Schweizer Wissenschaftler sollen sich bitteschön nicht kritisch zu 9/11 äußern."
https://www.heise.de/tp/features/Ein-se ... 63514.html
Im Endeffekt hat er dann eine zu erwartende Professur aufgegeben und mehrere Unis verlassen, da er dort nicht so lehren konnte wie er wollte. Aktuell arbeitet er als Dozent im Bereich Geschichte und Zukunft von Energiesystemen... nicht Zeitgeschichte wie früher.

"Lügen-Presse" oder eher "Lücken-Presse" oder beides? Hier eine Rezension des Buches "Lückenpresse" von Prof. Dr. Ulrich Teusch mit einigen Beispielen:
http://www.epochtimes.de/politik/deutsc ... 27346.html

Dazu auch noch der Link aus meiner Signatur: Ein Interview mit Peter Scholl-Latour, dem man wohl nicht nachsagen kann, dass er keine Ahnung über Syrien etc hat.
https://www.heise.de/tp/features/Scholl ... ml?seite=2

Wie sagte Dirk Koch, der ehemalige Leiter des SPIEGEL-Büro der damaligen Hauptstadt Bonn, ... sinngemäß... in einer Diskussion bei KenFM (...): Die heutigen Journalisten würden nicht mehr oder nicht ausreichend recherchieren.

Ich persönlich kann das nicht beurteilen, aber das gibt mir zu denken:
http://medien-luegen.blogspot.de/2012/0 ... nluge.html

Dazu diese Meldungen bzgl. Aussagen von Trump zu Russland und Palästina, die man in "den Medien" nicht findet:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23567
Aus Zeitgründen habe ich das nicht geprüft, d.h. nicht nach den besagten Pressekonferenzen von Trump gesucht. Findet man häufig auf youtube. Kann gerne jemand übernehmen und bitte melden, falls der Artikel falsch sein sollte.
Allerdings habe ich die gleichen Aussagen bereits bei einem anderen Autor gefunden (nein, nicht bei KenFM).

Bzgl. Trump als Person:
Ein persönliches Urteil finde ich sehr schwierig und halte es da mit Jens Corssen: Trump ist ein strahlender Stern, der sich ab und zu "ungünschtig" zu verhalten scheint. (Empfehlenswert sein Buch: "Ich und die anderen" oder ist das jetzt wieder Besserwisserei).

Ich mag an Trump, dass er authentisch ist und nicht so glatt gebügelt wie die Politiker es in der Regel sind (Ausnahmen gibt es auch hier GsD).

Ich mag an ihm, dass er ausspricht was er denkt, ohne scheinbar an die Konsequenzen für sich als Person zu denken... negativ können da natürlich die Konsequenzen auf diplomatischer Ebene sein. Das wird er lernen, hoffentlich ohne aufzuhören zu sprechen und auch etwas zu sagen... Nichts-sagende Politiker gibt es schon genung (wieder mit Ausnahmen, wobei einige dann aber schnell als doppeltes Lottchen von Frau Petry bezeichnet werden... und von eigenen Parteikollegen nach rechts geschoben werden).

Ich mag an ihm, dass er Putin nicht als DEN Feind betrachtet und keinen Krieg mit Russland anzetteln möchte - im Gegensatz zu Mrs. Clinton. Erschwert wird diese Absicht leider durch das Ausscheiden von Michael Flynn und die "Mächte", die das nicht auf der Agenda haben.

Ich mag an ihm, dass er keine "Regime Changes" plant. Inwieweit er das durchhält, bleibt abzuwarten.

Ich mag an ihm, dass er "den Medien" sagt, was er von ihnen hält. Er selbst wird am besten wissen, was er wann sagt und was "die Medien" daraus machen. Da kann ich seinen Ärger nachvollziehen, wenn er eine falsche Berichterstattung feststellt. Aber leider kann er diese durch keinen Medien öffentlich machen - außer durch die alternativen Medien wie oben.

Narzissmus oder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?
Das zu beurteilen, überlasse ich den Experten oder denen, die sich aus der gezielten Berichterstattung über Menschen heraus, dazu befähigt fühlen. Für meine therapeutische Vorstellung gehört dazu mindestens (!) ein persönliches Gespräch mit diesem Menschen.

Ansonsten ist diese Persönlichkeitsstörung aus der Ferne betrachtet mittlerweile oder schon immer weit verbreitet - auch bei Frauen übrigens, was wohl eigentlich eher selten ist/war. Das Buch steht bei mir im Regal: "Weiblicher Narzissmus: Der Hunger nach Annerkennung" ... vielleicht weil auch in mir ein kleiner Narzisst steckt. Zumindest verschließe ich mich dieser Möglichkeit nicht. Und das nicht erst seit heute!

LG
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