Meinungen zum US-Wahlkampf

Catrin
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 25.02.2017, 11:20

Als Schlusswort...

Ich glaube, dass jeder Mensch, also auch Journalist und damit auch jedes Medium einen oder auch mehrere blinde Flecken hat.

Die Aufgabe aller Medien sollte es sein, dem Konsumenten die Bildung einer eigenen Meinung zu ermöglichen und nicht eine "Meinung" vorzugeben oder zu fördern.

Seine eigene Meinung kann natürlich jeder Journalist in persönlichen Kommentaren oder Kolumnen preisgeben.

Das Internet bietet heute die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren - von den etablierten Medien im In- und Ausland bis hin zu in- und ausländischen Alternativen. Von persönlichen Blogs bis hin zu Foren.
Man kann gezielt nach Themen suchen, die Darstellungen vergleichen und sich seine Meinung bilden, wenn man möchte. Das gilt für politische Themen genauso wie für jedes andere Thema, z.B. auch die Fütterung oder Erziehung von Hunden.

Es ist nicht verwerflich, wenn man sich gezielt Informationen aus mehreren Quellen sucht - genauso wenig, wenn man sich nur einer Quelle bedient oder sich Infos vorsetzen lässt.

Jeder von uns tickt anders, hat andere Interessen und andere Vorstellungen darüber, wie er seine Zeit verbringt und wieviel Zeit er wofür aufwenden möchte.

Ich persönlich schaue mir z.B. keine Tier-Dokus an, lerne aber z.T. durch die Erzählungen unserer Mitarbeiterin oder wie diese Woche meines kleinen Neffen.
Unsere Mitarbeiterin schaut keine politischen Dokus, "darf" sich aber meine Infos anhören...

Nun schließe ich diese Tür und widme mich wieder meinem eigentlich aktuellen Interessensgebiet.

LG und schönes Wochenende
Catrin
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Einstein
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Einstein » 25.02.2017, 12:03

.... nun muss ich auch mal meinen Senf zur medialen Meinungsmache - egal in welcher Form - loswerden:

Ich bin kein Freund der Satire, das ist ja hinlänglich bekannt. Doch ein kleines bisschen (schwarzen) Humor kann man auch bei mir finden und ich finde die "second's" (es gibt auch ein ganz tollen von den Ostfriesen, finde leider den link nicht :mrgreen: ). Ein bisschen Galgenhumor hat noch nie geschadet (wenn es sich in Grenzen hält, ist es meiner Auffassung nach auch o.k.)

Wer denn nun wirklich frist sein darf und wer nicht - das mag und will ich nicht entscheiden.

Auch Journalismus, egal in welcher Form, dient den Schreiberlingen als Mittel Geld zu verdienen.
Geld verdient sich leider nicht so einfach und wenn keiner die geschriebenen Worte lesen will....
... jeden morgen steht ein Dummer auf, der sich auch die am schlechtesten recherchierte Information "reinzeiht" und dafür Geld ausgibt....

Mit einem fahrenden Zug kommt man nun mal weiter, als mit einem stehenden!

Jeder ist sich selbst der nächste!
Meine Freiheit endet allerdings dort, wie die Freiheit eines anderen beginnt!
Man sollte ruhig schreiben was man denkt, nur sollte man es vorher bedenken !
Im übrigen: "Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen" (A. Einstein)

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Bella » 25.02.2017, 15:13

Catrin hat geschrieben:Ich mag an ihm, dass er "den Medien" sagt, was er von ihnen hält.
Das tut er allerdings... er hat einige kritische Medien vom daily briefing im Weißen Haus ausgeschlossen - u.a. CNN und New York Times dürfen ab Montag nicht mehr teilnehmen :shock:

Eine freie Berichterstattung ist einer der Grundpfeiler der Demokratie. Auch wenn ihm deren kritische Berichterstattung nicht passt, muss ein gewählter Vertreter des Volkes das aushalten. Keine Lügen, sondern Kritik.
Liebe Grüße
Bella

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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 03.03.2017, 19:54

Als Zusammenfassung verlinke ich hier einen Kommentar von Paul Schreyer, der sich kritisch mit Trump, dem Establishment und den Medien auseinandersetzt. Wer noch Interesse hat, sich mit einer anderen Sichtweise auseinanderzusetzen, wird hier evtl. fündig:
http://www.umatter.news/artikel-trump-panik-der-eliten

Ansonsten wünsche ich euch jetzt nur noch eine schöne, harmonische Zeit und uns allen eine "wunder-volle Welt" :-)
https://www.youtube.com/watch?v=rHRGYLutYAY
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 07.03.2017, 17:52

Auf die Veröffentlichung dieser Doku habe ich noch gewartet, um sie hier zu verlinken.

"Zensur - die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien"
https://kenfm.de/kenfm-zeigt-zensur/

Veröffentlicht auf KenFM, aber für alle, die diesen Kanal oder Ken Jebsen persönlich ablehnen, weise ich gerne darauf hin, dass die Autoren nichts mit KenFM zu tun haben - außer dass sie zu ihren Dokus interviewt wurden . Einer der Autoren ist Jens Fiedler, der hauptberuflich als Biologie- und Musiklehrer arbeitet.
Wer die Autoren oder auch diese Doku "Zensur" nun googelt und sich nach den Einträgen bei Wikipedia oder Psiram vom Anschauen abhalten lässt, ist selbst schuld... und beweist den Einfluss dieser Medien auf unsere Gesellschaft.
Gibt es Versuche einer organisierten und gezielten Meinungsmanipulation in unserer Gesellschaft? Im Jahr des Wortes „Fake News“ ist die Frage aktueller denn je.

Bereits in ihrem ersten Film „Die dunkle Seite der Wikipedia“ stellen die Autoren Markus Fiedler und Frank Michael Speer das kostenlose Online-Lexikon unter Verdacht, politisch brisante Artikel mit unlauteren Mitteln zu beeinflussen und sachliche Darstellungen zu verhindern. Am Beispiel des Artikels über den Friedensforscher Dr. Daniele Ganser wurde dieser Verdacht im Laufe des Films eindrücklich bestätigt und gezeigt, mit welch aggressiven Methoden eine Gruppe von Wikipedia-Autoren, sogenannten „Benutzern“, die Wissensplattform als eine Art Gesinnungspranger missbrauchen. Der Film wurde im Internet veröffentlicht und stieß mit fast einer halbe Millionen Klicks auf hohes Interesse.

Die Frage „Wer steht hinter dieser aggressiven Gruppierung?“ blieb offen. Insbesondere erschwert durch das Prinzip der Anonymität und ein labyrinthisches Regelwerk bei Wikipedia. In ihrer neuen Recherche verfolgen die Autoren nun Spuren, welche die institutionelle Unterstützung jener „Mind Control“ bei Wikipedia aufdecken. Mit zahlreichen Quellen, Belegen und Fakten, die sorgsam aufbereitet werden, können sie in 125 Minuten nachweisen, dass und wie die Wikipedia als Werkzeug und Teil eines größeren Netzwerkes zur politisch-ideologischen Manipulation missbraucht wird.

Der Film führt in ein Netzwerk von Autoren, Journalisten und politischen Akteuren, die sich auf mehreren Internetplattformen organisieren und von finanzkräftigen Stiftungen und sogar öffentlichen Geldern finanziert werden. Ein Netzwerk, das seit Jahren versucht, eine regelrechte Gesinnungsdiktatur voranzutreiben, um damit gesellschaftlichen Dialog und freie Meinungsentfaltung zu verhindern, und das mit der Wikipedia die bedeutendste kostenlose Informationsressource unter seine Kontrolle gebracht hat.

Damit entlarvt der neue Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer ein Vorgehen, das jeglichen Verhaltensregeln in einer demokratischen Grundordnung widerspricht und das geistige und politische Klima dieses Landes bedroht.

Fiedler und Speer sind auch die Autoren des Films: „Die dunkle Seite der Wikipedia“. Hier der Link zum Film: https://kenfm.de/kenfm-zeigt-die-dunkle ... wikipedia/
Quelle: https://kenfm.de/kenfm-zeigt-zensur/
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 07.03.2017, 21:56

Oh je :oops:
Wer googeln möchte, dann natürlich Markus Fiedler und nicht "Jens"... sonst kommt man nicht zum "passenden" Ergebnis, sondern fährt Rad :-)
Jetzt seid ihr mich aber erst mal los. Versprochen!
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 20.03.2017, 14:39

Auch aus aktuellem Anlass der Diskussion um Pressefreiheit... in anderen Ländern... und weil doch immer noch einige mitlesen.
Bella hat geschrieben:Aber wie stellen sich denn die ganzen 'Lügenpresse'-Vorwerfer das vor? Die Journalisten, Publizisten, Verlage, usw. sind doch nicht alle völlig verblödet und lassen sich durch die Bank vorschrieben, was sie zu berichten haben. Gibt es da eine tägliche Zensur-Redaktionssitzung, in der bundesweit Sichtweisen und Themen vorgegeben werden?
Aus einem Interview mit Harald Schumann (bis 2004 beim SPIEGEL - seitdem beim TAGESSPIEGEL)
"Journalisten sind genauso wie alle anderen Menschen. Es handelt sich um den ganz gewöhnlichen Alltagsopportunismus, den es überall gibt. Gegen den Strom schwimmen, kostet nun mal viel mehr Kraft. Da müssen Sie sich erst mal weit mehr Informationen zusätzlich besorgen, die man meist nicht frei Haus serviert bekommt, wie die Agenturschnipsel aus den Pressekonferenzen oder den Pressestellen. Außerdem bekommt man leicht Ärger. Diejenigen, die man kritisiert und deren öffentliche Aussagen man in Frage stellt, haben die Möglichkeit, sich bei Vorgesetzten und Chefredakteuren zu beschweren. Hinzu kommt: Wer kritisch Position bezieht, exponiert sich persönlich. Auch das ist nicht jedermanns Sache. Wer das tut, macht sich angreifbar - was natürlich viele Leute vermeiden wollen.
Jedenfalls führt all das dazu, dass die große Mehrheit der Journalisten diesen beschwerlichen Weg scheuen, und das erst recht, wenn sie von ihren Vorgesetzten mit Gegenwind rechnen müssen.
[...]
Hinzu kommt noch das, was meine Kollegin Ulrike Hermann mal als implizite Korruption bezeichnet hat. Es ist doch so, wenn man, um es mal alt-links auszudrücken, den Mächtigen nach dem Maul schreibt, wird man auch eher eingeladen, dann kriegt man die besseren Moderations- und Vortragsangebote, die höheren Honorare. Man gehört dazu. Das ist nicht zu unterschätzen.
[...]
...ja, aber diesen Spruch, die bösen Medien sind schuld, den mag ich nicht mehr hören. Die Medien machen doch genau das, womit sie durchkommen. Da sind sie nicht anders als die Politiker. Wir haben genau die Regierung, die wir verdienen, und wir haben auch genau die Medien, die wir verdienen.
Wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung, und damit meine ich 98 Prozent, ihre demokratischen Rechte überhaupt nicht wahrnehmen, z.B. nie mit ihrem Abgeordneten reden, sich nie öffentlich einmischen und die einzige Ausübung ihres demokratischen Rechts darin besteht, dass sie alle vier Jahren zur Wahl gehen, dann sollen sie sich nicht wundern, wenn andere die Macht ausüben, die sich um diese Demokratie wenig scheren. Medien können da nicht stellvertretend für eine massenhaft träge Bevölkerung die Revolution machen."

Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Wenn-m ... 72111.html

Dankesrede von Harald Schumann, Preisträger Berliner Journalistenpreis 'Der lange Atem' 2010 - 1. Preis. Berlin, 03.11.2010
Hier über die "Innere Pressefreiheit" in Deutschland:
https://www.youtube.com/watch?v=xUc1zkO5QdA

Und noch ein Vortrag von Prof. Rainer Mausfeld: "Die Angst der Machteliten vor dem Volk"
https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack
"Prof. Rainer Mausfeld ist eine Koryphäe, wenn es um das Enttarnen von Eliten-Macht geht. Sein aktueller Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ hilft dem einzelnen, die Ohnmacht zu überwinden, die jeden beschleicht, wenn er versucht, im Alleingang das System zu durchschauen. Die Chance auf Veränderung beginnt im Kopf. Wissen ist der Schlüssel. Mehr Wissen bei den Massen.
Prof. Mausfeld hat noch eine Ausarbeitung des Vortrags mit einigen zusätzlichen Ergänzungen und ausführlichen Quellenhinweisen erstellt."
http://www.uni-kiel.de/psychologie/maus ... m_Volk.pdf
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 29.03.2017, 19:16

Meine heutige Lektüre in der Mittagspause... .

Ein wahr-haft lesenswerter Artikel von Daniela Dahn mit vielen wichtigen Details, z.B.:

"Frieden ist der feste Wille, miteinander auszukommen. Weil die übergroße Mehrheit der Menschen im Krieg nichts zu gewinnen hat, aber alles zu verlieren. Das Wagnis liegt in der Bereitschaft, sich gegenseitig zu vertrauen. Indem man die Interessen des anderen respektiert, also gleichberechtigt zusammenarbeitet, sich beim Ringen um Einfluss nicht übervorteilt. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst als belastet anzusehen und Kritik an der Gegenseite ohne einseitige Schuldzuweisungen vorzubringen. Unsere Freiheit wird am Humanen verteidigt, nicht am Hingekuschten — diesem Machtkampf um Energie und Einfluss. Krieg ist die exzessivste Form von Terrorismus. Er ist seit 1929 für alle Zeiten völkerrechtlich geächtet. Die wichtigsten Unterzeichnerstatten haben sich nicht daran gehalten.

Demokratie heißt auch selber schuld sein. Wenn wir uns angesichts all der Kriege, all der vermeintlichen Schutzverantwortung, die nur die Interessen der Macht schützt, nicht schuldig fühlen, fühlen wir uns auch nicht als Teilhaber einer Demokratie. Obwohl wir Aktivbürger die Verfehlungen, die mit unserem Geld in unserem Bündnis gemacht werden, so gut wie nicht verhindern können, sind wir doch zuständig dafür. Eine gesellschaftliche Debatte über all das gibt es kaum. Die Kampagne Stopp Ramstein mobilisiert derzeit immerhin viele Menschen. Die Friedensbewegung scheint sich von interessierter Seite nicht mehr spalten zu lassen. Es geht nicht darum, Krieg zu gewinnen. Der Friede muss gewonnen werden.

Die herrschenden Eliten nennen uns gern Steuerzahler. Wir sollen ihre Pläne finanzieren und ansonsten nicht weiter stören. Als aktive Bürger sind wir nicht gefragt. Unseren Drang nach Freiheit sollen wir als Konsumenten austoben. Für hinreichend Waren und Zerstreuung ist gesorgt. Das funktioniert leider recht planmäßig. Der schon zitierte Brecht hat die Obrigkeit beim Wort genommen: „Man hat gesagt, die Freiheit entsteht dadurch, dass man sie sich nimmt. Nehmen wir uns also die Freiheit, für den Frieden zu arbeiten!
"

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen, auch wenn er sehr lang ist. Er enthält eine Menge an wichtigen Informationen, die nicht reißerisch präsentiert werden und wichtig sind, wenn man sich sein eigenes Bild machen möchte.

Gefunden auf einem neuen Online Portal, das es zu unterstützen lohnt!

Leider bekommen wir für unsere GEZ Gebühren nichts als Meinungsmache, Shows und i.d.R. dumme Unterhaltung ... zur Zerstreuung, wie es Frau Dahn passend bezeichnet. Hier wäre das Geld sinnvoller investiert!!!

LG Catrin
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Re: Meinungen zum US-Wahlkampf

Beitrag von Catrin » 13.04.2017, 19:03

Ein paar aktuelle Infos für alle Interessierten:

Ein lesenwerter und wichtiger Artikel von Daniela Dahn zu den Medien insgesamt und zu den aktuellen Ereignissen in Syrien. Ihn komplett zu lesen lohnt sich auch...

"Warum kann man den Großmedien das Monopol auf Information nicht überlassen? Der wirklich massenhafte Aufstand der Leser und Zuschauer begann mit der einseitigen Berichterstattung zur Ukraine. Damals quollen die Proteste, Gegendarstellung und Beschimpfungen der kritischen Masse auf den Webseiten von ARD, ZDF und den großen Zeitungen über und oft wurden die Kommentarseiten erstmalig seit ihrer Existenz einfach geschlossen.
[...]
Zwar fällt auf, dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender sich bemühen, Quellen transparenter zu machen, Fakten stärker zu hinterfragen und in Talk-Shows Andersdenkende zu Wort kommen zu lassen. Doch diese sind immer in der Minderheit und werden in aller Regel von der Mehrheitsmeinung in der Runde unterbrochen, übertönt, in die Ecke gedrängt, wenn nicht auf das Übelste beschimpft. Als Populist, Propagandist, Putin-Versteher, Verschwörungstheoretiker oder gar Lügner.

Und das täglich – so etwa am 9. April bei Anne Will gegenüber Michael Lüders, der es immer wieder wagt, die Verantwortung für den Flächenbrand im Nahen Osten und auch in Syrien beim Westen zu sehen. Und extreme Diffamierung am 10. April in hart aber fair, nicht vom Moderator, aber einigen Gästen gegenüber dem Ex-Planungsstabsoffizier der Nato Ullrich Scholz, der Trumps Bombardement in Syrien weder militärisch noch politisch nachvollziehbar fand.
[...]
Es werden allerlei Leute zitiert, die die erwünschte Position bestätigen, während Gegenaussagen weggelassen werden. Bei der Fülle von kursierenden Behauptungen und Fakten ist es nicht schwer, ein Übergewicht an Beweisen zugunsten des eigenen Standpunktes zusammen zu tragen. Eine Gefahr, der sich natürlich auch die alternativen Medien bewusst sein müssen. Ihr Markenzeichen sollte dennoch ganz offensiv nicht die nur als Fiktion existierende Ausgewogenheit sein, sondern das andernorts Tabuisierte und Unterdrückte.

Denn noch bequemer als öffentlich vorzuführen ist die Methode, seriöse wissenschaftliche Analysen, gut recherchierte polemische Essays und anspruchsvolle alternative Webseiten öffentlich einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Vorwürfe von Buchautoren wie Albrecht Müller, Uwe Krüger, Ulrich Teusch oder Walter van Rossum gegenüber Medien werden schlicht ignoriert. Die von all diesen Kritikern angesprochenen Schmerzzonen des gegenwärtigen Journalismus bleiben tabuisiert: die Folgen von Rücksicht auf die Interessen der Medieneigentümer und Anzeigenkunden, der Mangel an Zeit und Geld für Recherchen und der Rückgriff auf PR-Agenturen, die Existenz „diskreter Fabriken der Desinformation“ (Peter Scholl-Latour), die Disziplinierung durch Zeitverträge, der Zusammenhang von Karriere und Selbstzensur.

Schließlich Hofberichterstattung in Folge allzu enger Kontakte mit Politikern, der Mainstream als Parteinahme für die Elite, zu der man selbst gehört, die Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung, redaktionelle Vorgaben und Anpassungsdruck als Ursache für die Tendenz zu Selbstgleichschaltung, Meinungshomogenität und Ausgrenzung allzu deutlicher Abweichler.
[...]
Viel zu selten wird gefragt: Wem nutzt es? Was treiben die 27.000 allein vom Pentagon bezahlten PR-Leute? Soviel Power allein im Dienste der Wahrheit?

Das Institut Swiss Propaganda hat im Juni 2016 eine Studie über die Syrien-Berichterstattung der drei jeweils größten Zeitungen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs in der Zeit unmittelbar nach Eintritt Russlands in den Syrienkrieg vorlegt. 78 Prozent aller Artikel basierten auf Meldungen der großen Agenturen, Null Prozent auf investigativer Recherche."

von Daniela Dahn
Quelle: https://www.rubikon.news/artikel/warum- ... -gebraucht

Zu den jüngsten Ereignissen in Syrien:
"Besonders viele Tabus und Einseitigkeiten finden sich dort, wo es wirklich um Macht, Geschäfte und Einflusssphären geht, also in der Außenpolitik. Wie schnell die meisten Medien wieder bereit waren, Trump, Hollande und Merkel zu folgen, die ohne auch nur den Ansatz einer Untersuchung sofort wussten, dass Assad der „alleinige Verantwortliche“ für den jüngsten Einsatz von Giftgas im syrischen Chan Scheichun sei, hätte man nicht für möglich gehalten. Gibt es doch bis heute nicht mal zu dem fürchterlichen Angriff 2013 in Ghouta einen eindeutig Schuldigen, sondern immer noch die widersprüchlichsten Angaben. Wer als erster die Deutungshoheit erobert, ist Sieger. Deutungshoheit ist wichtiger als militärische Lufthoheit geworden.

In unserer Medienlandschaft musste man annehmen, die syrische Regierung schweige zu den jüngsten Giftgas-Vorwürfen gegen sie. Das Video mit der Stellungnahme des syrischen Außenministers al-Muallem (ja, der Diktator hat sogar richtige Minister), fand sich nur auf arabischen oder russischen Seiten. Nicht überraschend ist darin die Versicherung, die syrische Armee habe in Chan Scheichun keine chemischen Waffen eingesetzt und werde auch künftig keine verwenden und besitze auch keine.

Interessant aber die relativ leicht zu überprüfende Behauptung, die syrische Regierung habe in letzter Zeit viele Dutzende Male den UN-Sicherheitsrat darüber informiert, dass die in Syrien kämpfenden Terroristen über chemische Kampfstoffe verfügen. Die Warnungen seien aber ignoriert worden. Warum eigentlich, wo doch UNO-Inspektoren schon Giftgaseinsätze von Terroristen festgestellt haben? Mündige Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, ob diese schwerwiegende Behauptung stimmt. Und ob die Informationen Hinweise enthielten, wie IS und al-Nusra-Front an die Giftzutaten gekommen sind.

von Daniela Dahn
Quelle: https://www.rubikon.news/artikel/warum- ... -gebraucht

Ehemalige Offiziere der US-Geheimdienste an Trump: "Es gab keinen Angriff mit chemischen Waffen"
https://deutsch.rt.com/international/49 ... ste-trump/

Der MIT-Professor Theodore Postol bezeichnet den Bericht des Weißen Hauses über den angeblichen syrischen Giftgasangriff in Idlib für fabriziert.
https://deutsch.rt.com/international/49 ... eimdienst/

„Direkt, von Anfang an hatten die Anti-Assad-Medien den Khan Sheikhoun-Vorfall als Angriff mit "Sarin-Nervengift“ bezeichnet und (für die nachfolgende Diskussion entsprechend) markiert. Ein Arzt, der mit Al-Qaida verbunden ist, schickte Bilder und Kommentare über soziale Medien, die Symptome wie erweitert Pupillen dokumentierten, die er als Beweis für den Kontakt mit Sarin Nervengift diagnostizierte. Sarin ist jedoch ein geruchloses und farbloses Material, das entweder als Flüssigkeit oder Dampf versprüht wird. Augenzeugen in Khan Sheikhoun sprechen jedoch von einem „scharfen Geruch" und „blau-gelben" Wolken, was mehr für Chlorgas spricht.
[...]
Auch gibt es keine Bilder von Opfern am Schauplatz des Angriffs.
[...]
Nur die Bilder von Opfern hochzuhalten, mit denen die ganze Welt in Schrecken versetzt wird, stellen nicht unbedingt einen Beweis dafür dar, wer es getan hat."

Quelle: https://deutsch.rt.com/international/49 ... ilder-zur/

Und als Ergänzung ein sehr passender Artikel über Umgang mit Programmbeschwerden
"Die indoktrinierte Elite"
https://www.rubikon.news/artikel/die-in ... erte-elite
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