Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Catrin
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Catrin » 12.01.2016, 14:24

Ich lasse mal sprechen...
Es soll nicht verharmlost werden, was geschehen ist oder sein soll. Gewalterfahrung, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein ist eine menschenunwürdige, verstörende Erfahrung, gegen die nicht nur unser zivilisatorischer Anspruch, sondern auch unser Strafgesetzbuch gewisse Vorkehrungen getroffen haben.
Allgemeine Ansicht: Es müsse im Umgang mit Ausländerkriminalität endlich Ehrlichkeit her. Der Kolumnist unterstützt das ausdrücklich. Eine aufgeklärte Gesellschaft kann nicht hinnehmen, dass Jahr um Jahr wider jede Evidenz behauptet wird, man wisse leider immer noch nicht, ob der internationale Leistungssport aus kriminell organisierten Kartellen bestehe, man habe leider noch nicht herausfinden können, welche ausländischen Mitarbeiter der Deutschen Bank dem deutschen Rentner in spe ein Drittel seiner Altersvorsorge unter dem Sofakissen weggezogen haben, und es sei völlig ungeklärt, ob der ausländische Pharmakonzern Pfizer das ihm hierzulande gewährte Gastrecht dazu missbraucht habe, 100.000 deutsche Ärzte zu bestechen, 250 Krankenkassen zu betrügen und fünf Millionen deutsche Frauen an ihrer Gesundheit zu beschädigen
Deshalb kann man den Führern unserer großen deutschen Parteien einfach nur recht geben: Schluss mit der politisch motivierten Schonung von Ausländern! Knallharte Verfolgung nordamerikanischer Verbrecher, die das Gastrecht in Ramstein missbrauchen! Konsequente Ermittlung gegen ausländische Täter, die gegen Recht und Gesetz die Telekommunikation deutscher Frauen abhören! Sofortige Entlassung der Innen- und Justizminister, die es aus politischer Opportunität unterlassen haben, mit der ganzen Härte des Rechtsstaats gegen die Taten von Ausländern einzuschreiten, die von deutschem Boden aus menschenrechtswidrige Entführungen oder Folterungen organisierten, anordneten oder durchführten!
Überlegen wir vielmehr, was wir aus den Erfahrungen mit Sexmobs und Horden schwer alkohol- und testosteronberauschter Jungmänner lernen können. Nehmen wir ein besonders abstoßendes Beispiel: "Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern. Es ist Samstag, 11 Uhr morgens im Hofbräuzelt. Der Wiesntag hat gerade angefangen."
Das schrieb die Süddeutsche am 29. September 2011, und dann weiter: "Gefährlich ist auch der Rasen unter der Bavaria. Gerade Frauen (…) sind wehrlose Opfer." Ja, so war das! Wir wissen es noch wie heute. Die vielen Sondersendungen! Der Rücktritt des Polizeipräsidenten! Die aktuelle Stunde im Bundestag! Angela Merkels Videobotschaft an die deutschen Frauen.
Erinnern Sie sich, liebe Leserinnen, wie die Frau Kanzlerin Ihnen montags immer zurief: "Es ist gut, dass es auch heute wieder sehr, sehr viele Anzeigen gibt"? Und immer wieder hob an zu sprechen der Herr Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz: "Die abscheulichen Angriffe auf Frauen werden wir nicht hinnehmen. Alle Täter müssen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden."

Sorry, Irrtum: Das sagte er am 5. Januar 2016. Aber es kann nicht schaden, so etwas auch einmal vor einem Ereignis zu sagen, das seit vielen Jahrzehnten wiederkehrend eine abstoßende Welle von sexualisierter Gewalt, Belästigung, Körperverletzung und Eigentumskriminalität über unser Land schwappen lässt, losgetreten von Kartellen zur Herstellung von Rauschmitteln (sogenannten Brauereien) und unter Leitung ehrenwerter Gesellschaften (sogenannter "Narren"), in denen Horden männlicher Alkoholiker jenseits der 60 das Sagen haben, die zur Anheizung ihrer sexuellen Fantasien 16-jährige halbnackte Mädchen stundenlang Tänze aufführen lassen, welche ihren Höhepunkt in dumpf-rhythmischem Hochreißen eines Beins unter Entblößung von Schamregion und Gesäß finden. Die organisierten Frauenerniedriger nennen diese abstoßenden Rituale "Prunksitzung". Sie tragen superlustige rote Hüte und besprechen, bevor das Marcumar sie übermannt, bei dieser Gelegenheit gleich noch die Auftragsvergabe für die U-Bahn. Unten sitzen die Oberbürgermeisterinnen und Familienministerinnen und schreien: alaaf!
Ausschreitungen und Straftaten von Ausländern sind irgendwie schlimmer als die von Inländern, stimmt's? Schaut man sich die in Gruppen begangenen Sexualdelikte, Körperverletzungen und Eigentumsdelikte deutscher Männergruppen im Ausland an, sagen wir auf dem Ballermann, so kann man allerdings qualitativ keinen großen Unterschied entdecken. Der Mallorquiner hält von käsefarbenen, Sangria kotzenden Frauenbelästigern aus Köln ungefähr so viel wie der Deutzer von schwarzhaarigen Handyräubern.

Zwei Unterschiede gibt es freilich. Erstens: Die deutsche Männergruppe lässt auf dem Ballermann ein paar Hunderter zurück. Ob das die Ehre der Frau rausreißt?

Zweitens: Der Ausländer ist im Inland auffälliger. Wenn also zum Beispiel 30.000 blonde Männer mit durchschnittlicher Körpergröße von 1,82 Metern und Durchschnittsgewicht von 105 Kilogramm von Frankfurt nach Bangkok, Manila oder Saigon fliegen, um dort minderjährige Prostituierte zu erniedrigen und jede flüchtig lächelnde Verkäuferin im Andenkenladen anzugrapschen, dann mag dies dem kleinen thailändischen Mann als "unfassbar" auffallen. Der Deutsche sieht das naturgemäß anders. Ihm fällt sein Tun auch in Bangkok nicht auf, weil er halt überall auf der Welt beliebt, zu Hause und ein echter Inländer des Herzens ist. Merke: Die deutsche Männergruppe nimmt ihr Inland einfach mit. Schon allein wegen der Korrektheit: Hier mein Abbuchungsbeleg, wo bleibt der gebuchte Oralverkehr mit Schlucken und Fußpflege?
Wir haben in unserem Land einige Hunderttausend sehr schlecht in die Gesellschaft integrierte junge Männer. 90 Prozent davon sind Deutsche, 10 Prozent Ausländer. Um die meisten von ihnen kümmert sich, außer ein paar als "Gutmenschen" verhöhnte Sozialarbeiter und die Arbeitslosenverwaltung, kein Mensch. Die bei Weitem gewalttätigste Gruppe unter ihnen sind die Söhne und Enkel der – von Helmut Kohl eingeladenen – Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere Kasachstan. .... Wäre der Araber weg, bliebe uns noch das Problem der restlichen 90 Prozent junger männlicher Straftäter, die ein ziemlich ähnliches Verständnis von der Ehre der Frau haben. Die sind eindeutig deutsch, immerzu entweder in "Liebe" oder in "Ehre" entbrannt und ziehen eine Schneise von Blut und Sperma von Saarbrücken bis Usedom.
Wir haben in diesem Land übrigens auch einen Sexmob. Er beherrscht weite Teile unserer Lebenswirklichkeit. Seine mächtigsten Organisatoren wohnen in sogenannten Redaktionen von Deutschlands allerbeliebtesten Massenblättern und Fernsehsendern. Eine Woche "Frau" in den Mehrheitsmedien: Wer da als Nordafrikaner nicht verrückt wird, kann kein Muslim sein.
Quelle http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ettansicht
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Zulle
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Zulle » 12.01.2016, 19:13

Catrin, eine sehr intensive satirisch angelegte Kolumne hat der Herr Bundesrichter Thomas Fischer da geschrieben. Das aktuelle "Problem" von vielen (nicht gleich präsent scheinenden) Seiten beleuchtet und mit umfangreichen Faktenwissen kommentiert. Jeder sollte sich diesen langen Artikel ausdrucken und aufmerksam lesen, um seine Tunnelblickwahrnehmung evtl. zu korrigieren bzw. zu relativieren. Es wäre so wichtig.

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JasminP
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von JasminP » 12.01.2016, 19:23

Catrin hat geschrieben: sondern auch unser Strafgesetzbuch gewisse Vorkehrungen getroffen haben.
Aber leider keine wirkungsvollen wie es aussieht.

Außerdem geht es hier nicht unbedingt um Ausländer krimineller oder nicht-es geht darum, dass unser Strafrecht/Strafanwendung wohl nicht funktioniert, wenn Kriminelle einfach immer so weiter machen können ud die Polizisten nichts tun können. Man muss sich fragen warum jemand der am Bahnhof zig Leute bestiehlt und erwischt wird schon am nächsten Tag dort wieder sein Unwesen treiben darf.

Ein großer Teil des Textes ist Relativierung und geht wieder in Richtung Deutsche können sich ja auch nicht benehmen, gerade nach Alkoholgenuß. Da wird Kriminalität von Unternehmen, Banken, etc. also Wirtschaftskriminalität angeführt.Ganz ehrlich ich weiss nicht, warum man es jetzt hier anbringt-das ist in meinen Augen wieder ein anderes Thema, genauso wichtig, aber jetzt für das was in Köln passiert ist nicht relevant.

Warum muss der Artikel sostark betonen was deutsche Männer auch alles Schlimmes tun. Wird dadurch nicht gerade das erzeugt gegen das man angblich kämpfen will-es wieder auf die Schiene zu heben: Vergleich von Nationalitäten oder sind bestimmte Völker krimineller als andere oder wie kriminell ist welches Volk? Warum muss ich das überhaupt-wieso wird gegen Straftäter nicht so vorgegangen, dass ich mir überhaupt nicht erst die Frage nach der Nationalität etc. stellen muss, weil ich eindeutig sehe-wer hier daneben haut bekommt sein Fett weg, egal wer er ist (reich, arm, Ausländer, Inländer). Warum wird nicht nur darüber diskutiert wie man richtig bestraft? Und was ist das Schlimme, wenn man einen Straftäter, der hier angeblich Frieden und Ruhe sucht und sich kriminell benimmt wieder zurückschickt? Keiner kapiert das, am wenigsten die ,die hier wirklich Schutz suchen. Denn sie haben sich genau das von D versprochen-eine Gerechtigkeit die es in ihren Ländern momentan nicht gibt. Wäre doch eine wirkungsvolle und gerechte Strafe. Wieso wäre das unmenschlich?

Und der Artikel beleuchtet leider auch nicht warum in Köln so massiv gelogen wurde. Nicht einfach nur geschwiegen sondern bewusst gelogen. Und nach und nach kommt immer mehr raus, wo noch gelogen und verschwiegen wurde. Und das ungute Gefühl, das genau das passiert(e) und das jetzt schon länger in der deutschen Bevölkerung mehr und mehr um sich greift, wurde auf einmal bittere Wahrheit-und das war der kritische Punkt. Besonders schlimm wird es dadurch, weil vorher gegen jede noch so kleine kritische Stimme die alles andere als rassistisch oder rechts war, erbittert vorgegangen wurde und angesprochene Probleme belächelt und die Menschen aufs übelste angegangen wurden. Aber die können das ja wohl aushalten. Woher kommt es wohl dass man immer betonen muss man wäre ja nicht rechts? Gibt es vielleicht andere Gründe die Leute dazu treiben als dass sie verkappte Ausländerfeinde sind? Wer genau hingesehen hat, konnte sehen wie mit Hilfe der Medien eine "ALLES ist gut" Stimmung erzeugt werden sollte. Man konnte sehen-hier wird nicht neutral berichtet, hier wird Stimmung erzeugt, man bekam leider wirklich das Gefühl, dass hier "von oben" Anweisungen kamen. Und wenn man sieht wer wann über die Ereignisse von Köln berichtet hat, sieht wer wo steht.

Sollte man sich nicht mal fragen was in einem Land los ist, dass die Wahrheit nicht mehr verträgt? Hat D solche Angst, dass durch eine bestimmte Wahrheit (unter den Flüchtlingen sind auch Kriminelle, es gibt No-Go Areas in D) ein neues Nazi-Deutschland entsteht? Man hat fast das Gefühl, als sähe man alle Deutschen als tickende Zeitbomben, bereit sofort über alles und jedes Fremde herzufallen und ein neues "Reich" zu errichten sobald sie nur on einer negativen Meldung von Ausländern hören. Natürlich ist Rassismus hier in D stärker als in allen anderen Ländern, in denen Rassismus halt nur ein Problem von einigen ist, während in D jeder dazu gehört (Vorsicht das war Ironie!). Und so wie immer angeprangert wird, dass das Vorurteil des kriminellen Ausländers immer in den Köpfen der Deutschen spukt, scheint mir in den Köpfen der Bewohner anderer Länder und sogar hier in D selbst, das Vorurteil des Nazi-Deutschen zu existieren. Komisch, dass sich hier nicht mal ein GRÜNER zu Wort meldet und verurteilt, dass ein ganzes Volk hier ständig mit Vorurteilen überschwemmt wird. Oder sollten diese Menschen wirklich denken es gibt ein Nazi-Gen? Und wenn ja müssten dann nicht auch in anderen Völkern bestimmte "böse Gene" stecken?

Sollte mancher Kritiker sich nicht vielleicht überlegen ob er nicht genauso falsch argumentiert wie seine Gegner?
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Catrin » 12.01.2016, 19:57

JasminP hat geschrieben:Sollte mancher Kritiker sich nicht vielleicht überlegen ob er nicht genauso falsch argumentiert wie seine Gegner?
Ja ;-)

Bin ja neugierig... Hast du nur meine Zitate oder den ganzen Artikel gelesen?

Ansonsten respektiere ich deine Meinung - ich sehe mich eher bei Herrn Fischer oder auch KenFM...
https://www.facebook.com/KenFM.de/photo ... 83/?type=3

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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von JasminP » 12.01.2016, 20:48

Den letzten Satz musste ich schreiben auch wenn ich wusste, dass er vielleicht auch wie ein Bumerang auf meine eigene Kritik zurückfällt. Denn dieser Text (von dem ich übrigens nur die Zitate gelesen habe, denn ich nehme doch an du hattest sie ausgewählt weil sie die Hauptpunkte worauf der Autor hinaus will darstellen ) argumentiert selbst so wie er es anderen vorwirft.

Und was die verlinkte Seite betrifft-genauso furchtbar wie immer die Vergleiche dass Bombenterror woanders Alltag ist und wir uns doch deswegen nicht so haben sollten. Sollen wir uns also nicht dagegen wehren dass es zur Normalität wird? Soll dass heißen, dass wir es darum auch verdienen-dass wir am eigenen Leib erleben müssen was diese durchleben. Warum? Als Strafe? Wegen unserer Vergangenheit? Weil wir die Welt ausbeuten? Weil es gerechter wäre? Darf es Leuten woanders auch nicht gut gehen solange auch nur ein Mensch irgendwo aders leidet? Damit wir das Schicksal der Leute selbst erleben und gütiger werden was die Aufnahme angeht?
Und Europa und Amerika ist an allem schuld? Die anderen Länder sind alle Opfer? Haben wir das Kastensystem in Indien erschaffen? Haben wir die Religionen erschaffen und die Diskussion darum? Wir dürfen doch nicht glauben wir wären der Nabel der Welt und die Welt wäre friedlicher und gerechter wenn es Länder wie das unsere nicht gäbe. Es gibt genug reiche Länder, reicher als D, die das Geld ihrer Bevölkerung geben könnten die ihren Reichtum teilen könnten und das Leben für alle besser machen könnten-doch das wollen sie nicht-und wir sind daran schuld? Nur wir? Menschen sind alle gleich es gibt darunter leider Egoisten und Gierhälse die die Welt für andere schwer machen und in D wird es auch immer schlimmer.

Es muss auf der Welt noch Vorbilder geben-z.B. was den Umgang mit Frauen angeht. Natürlich ist auch bei uns noch nicht alles Gold was glänzt. Aber vergleicht man es mit anderen Ländern ist das doch ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und wenn Leute woanders wissen, dass es diese Gleichberechtigung zw. Mann und Frau wirklich gibt, dass sie erreichbar ist-dann wird in ihnen der Wunsch reifen auch so zu leben und es wird sich was bewegen. Und wir müssen weiter daran arbeiten dass wir dies nicht verlieren.
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Catrin » 13.01.2016, 11:01

JasminP hat geschrieben:Denn dieser Text (von dem ich übrigens nur die Zitate gelesen habe, denn ich nehme doch an du hattest sie ausgewählt weil sie die Hauptpunkte worauf der Autor hinaus will darstellen ) argumentiert selbst so wie er es anderen vorwirft.
Ich habe relativ wahllos zitiert. Um den Autor und seine Beweggründe beurteilen zu können, wäre es aber wohl angebracht, den ganzen Text zu lesen.

Zu KenFM: Man kann den Link lesen, d.h. nicht, dass man seiner Ansicht folgen muss. Ich finde es wichtig, mir meine eigene Meinung zu bilden und nicht sofort etwas als Nonsens abzutun, nur weil alle um mich herum das anders sehen.

Zur Politik der USA und der NATO habe ich eine Meinung, die ich mir nicht anhand der Mainstreammedien gebildet habe. Youtube bietet dazu viele unabhängige Infos. Denn wie du ja selbst weiter oben schreibst, scheinen dir die Medien in ihrer Berichterstattung beeinflußt. Wenn du das logisch zu Ende denkst, dann ist das bestimmt nicht nur beim "Thema Köln" der Fall ...

Man kann das "Flüchtlingsproblem" nicht vom Krieg bzw. der Bombardierung in Syrien trennen und diese wiederum nicht von vorherigen Kriegen bzw. Bombardierungen anderer Länder. Das hatten wir hier aber schon mal...
Wenn die USA und diverse andere Länder immer aus humanitären Gründen in anderen Ländern tätig würden, gäbe es genug Möglichkeiten. Pech nur für einige arme Länder, dass diese nicht über Bodenschätze etc. verfügen, die ein Eingreifen "nötig" machen.

Natürlich rechtfertigt nichts das Verhalten der Männer in Köln gegenüber den betroffenen Frauen. Und nichts rechtfertigt solch ein Verhalten von Männern an anderen Orten und zu anderen Zeiten.
Das ist übrigens auch ein Punkt, auf den Hr. Fischer hinweist. Er will "Köln" nicht verniedlichen, sondern m.M.n. die Reaktionen relativieren und u.a. auf andere, ebenfalls übergriffige Vorgänge aufmerksam machen, die für uns als Gesellschaft "normal" sind - für mich als Frau nicht!!! - aber keinen derartigen Ruf nach Strafverfolgung nach sich ziehen. Daher fühle ich mich von ihm durchaus sehr gut "verteidigt"... und es wäre schön, wenn sich Frauen auch zu anderen "feucht fröhlichen" Anlässen gegen das Begrapschen wehren können, ohne gleich als frigide und Spaßbremse zu gelten!!!

Ich bin wirklich gespannt, wie Karneval in Köln/Düsseldorf dieses Jahr ablaufen wird - wobei ich dem Ganzen nichts abgewinnen kann und daher nicht zugegen sein werde.
Nach "Köln" sind sowohl die/viele Frauen als auch die/viele Männer gegenüber "sexuellen Übergriffen" sensibilisiert (generell - nicht nur bezogen auf Karneval).

Eine andere Frage: Wird sich das Verhältnis der Geschlechter in unserer Gesellschaft ändern?
Es gibt wahrscheinlich viele Frauen, die nun nicht mehr unbedarft irgendwo entlanggehen - schon gar nicht, wenn ihnen Gruppen von Männern (womöglich ausländisch aussehend) entgegenkommen. Viele Frauen fühlen sich auf einmal schutzlos und bedroht.
Und es gibt wahrscheinlich viele (bes. ausländisch aussehenende) Männer, die nun nicht mehr unbedarft als Einzelner oder in Gruppen einer Frau entgegengehen, ohne das Gefühl zu haben, dass es der Frau mulmig wird. Viele Männer fühlen auf einmal Scham, aber auch Wut.

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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Catrin » 13.01.2016, 14:07

Als Ergänzung... so sollte es sein, wenn es dazu überhaupt kommen muss!
https://www.facebook.com/radiomasronlin ... 079010058/
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von JasminP » 13.01.2016, 18:28

Catrin hat geschrieben:Natürlich rechtfertigt nichts das Verhalten der Männer in Köln gegenüber den betroffenen Frauen. Und nichts rechtfertigt solch ein Verhalten von Männern an anderen Orten und zu anderen Zeiten. Das ist übrigens auch ein Punkt, auf den Hr. Fischer hinweist. Er will "Köln" nicht verniedlichen, sondern m.M.n. die Reaktionen relativieren und u.a. auf andere, ebenfalls übergriffige Vorgänge aufmerksam machen, die für uns als Gesellschaft "normal" sind - für mich als Frau nicht!!! - aber keinen derartigen Ruf nach Strafverfolgung nach sich ziehen. Daher fühle ich mich von ihm durchaus sehr gut "verteidigt"... und es wäre schön, wenn sich Frauen auch zu anderen "feucht fröhlichen" Anlässen gegen das Begrapschen wehren können, ohne gleich als frigide und Spaßbremse zu gelten!!!
Und warum tut er es dann? Warum müssen Taten durch andere überhaupt relativiert werden? Dadurch werden sie automatisch wieder klein geredet. Was an Silvester passiert ist, ist eine Katastrophe und das in mehrerer Hinsicht.
Und ich glaube nicht, dass weniger Tamtam drum gemacht werden würde, wenn es 1000 deutsche Männer gewesen wären-oder glaubst du das? Im Gegenteil, dann wäre Silvester ganz normal die Meldung rausgegangen und wir hätten genauso wie jetzt wieder eine Sexismus Debatte. Natürlich richtet sich nun auch der Fokus wieder verstärkt auf Übergriffe auf Frauen, wie immer nach solchen "Großereignissen"! Wäre jetzt eine AKW explodiert wäre das auch wieder im Fokus-während vorher nur ein paar wenige über die mangelnde Sicherheit gesprochen hätten, so ist das nun mal.

Meine Meinung ist meine Meinung und manchmal passt sie zum Mainstream und manchmal nicht-ich bilde mir selbst eine. Und wenn ich Sachen lese wie bei der verlinkten Seite kann ich persönlich nur entsetzt sein-ich finde es sehr menschenverachtend.

Und du meinst wenn die USA nicht eingegriffen hätte, wäre es dort unten ruhig? Vielleicht wäre es später gekommen, vielleicht hätte es etwas anders ausgesehen-aber das war schon immer ein Pulverfass und es hätte die USA nicht gebraucht um irgendwann loszugehen. Mag sein, dass das ein Katalysator war, aber es war nicht die Ursache. Die Ursache ist die Armut, die Bevölkerungsexplosion (und eins fördert das andere), etc. und dass bewusst Stimmung gegen den Westen gemacht wird, der Schuld an allem Elend in diesen Ländern ist. Es liegt mitnichten nur daran, dass Europa und Amerika Afrika ausbeutet (was auch passiert da will ich nun nichts beschönigen) aber man sollte dann doch nicht so tun als wären es nicht auch die eigenen Landsleute die die ihrigen ausbeuten. Oder warum kann man das Geld, das man mit dem Export von Erdöl einfährt nicht gerechter verteilen? Wer hindert sie daran? Ein Welt-Artikel hat das vor Kurzem ganz gut beleuchtet.
Ein Pater der in Brasilien Kinder unterstützt sagte schon vor 20 Jahren: Brasilien ist reich-reicher als D-aber der Reichtum ist falsch verteilt. Und das ist in vielen Ländern der Knackpunkt und wird auch bei uns schlimmer.
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Catrin » 13.01.2016, 18:36

JasminP hat geschrieben:Warum müssen Taten durch andere überhaupt relativiert werden?
Catrin hat geschrieben:Er will "Köln" nicht verniedlichen, sondern m.M.n. die Reaktionen relativieren und u.a. auf andere, ebenfalls übergriffige Vorgänge aufmerksam machen, die für uns als Gesellschaft "normal" sind
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von JasminP » 13.01.2016, 21:36

So ich habe jetzt mal den Großteil des Artikels gelesen allerdings deckt er sich genau mit dem was ich erwartet habe wenn ich die Auszüge kenne. Es wird relativiert wo es nur geht, vieles wird in Zweifel gezogen und teils haarsträubende Vergleiche gebracht, so wie der dass er an Silvester von zwei offensichtlich deutschen Mitbürgern und Drogenabhängigen aggressiv belästigt und verfolgt wurde. Ma muss ja auch mal betonen, dass ja auch deutsche Straftäter unterwegs waren-hm ja diese Situationen sind auch absolut vergleichbar.
Er unterstellt den Leuten permanent, sie würden nur so stark reagieren weil es um Ausländer geht. Es gibt wahrscheinlich einen Teil bei dem das wirklich so ist, aber die Dimension der Taten, dass es eventuell sogar abgesprochen war - ganz ehrlich-was muss passieren um die momentane Reaktion beim Großteil der Bevölkerung als angemessen zu sehen?
Wir haben erfahren dass:
Es in mehreren Großstädten in einer Nacht in großem Stil Sexualverbrechen gab, ev. sogar abgesprochen, darunter sind Flüchtlinge die hier angeblich nur Schutz suchen
Es wird wider aller Erkenntnisse gelogen wo es nur geht
Man erfährt dass den meisten oder vielleicht sogar allen Straftätern keine Strafe droht
Selbst wenn einem was nachgewiesen wird hat es keinerlei Einfluß auf sein Asylverfahren
Und was er sich hier zusammenreimt:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ettansicht
Sagen wir mal: Hätte der Asylant Albert Einstein in den USA einer Sekretärin an Halloween durch einen Kürbis hindurch an den Busen gefasst, oder hätte der Asylant Bertolt Brecht am Geburtstag von Karl Marx in Santa Monica nach Genuss eines Liters russischen Wodkas einen Ladendiebstahl begangen. Was hätte de Maizière als Sheriff von Princeton oder Innenminister der USA getan? Ich schätze: nachgedacht. Den Einzelfall betrachtet. Sich überlegt, wie der Ladendiebstahl in Kalifornien oder die sexuelle Nötigung in New York mit der Todesgefahr in Deutschland abzuwägen sei. Er hätte also, vermute ich, dasselbe gemacht wie jetzt: gar nichts. Und daher sich und uns die Grimassen der sogenannten Sorge erspart, und das Gerede über Konsequenzen, die es nur gäbe, wenn man unseren Rechtsstaat in einen Unrechtsstaat verwandeln wollte.
Komisch dass diese Flüchtlinge sich anscheinend anders verhalten haben (nämlich so wie viele andere Hunderttausende hier) -oder habe ich da was verpasst?
Aber jetzt mal angenommen sie hätten es gemacht - hätte er also dagegen entscheiden sollen weil es zwei so große Geister waren und dann kann man sich auch mal daneben benehmen, der Nutzen überwiegt (kommt mir so bekannt vor) oder wegen der drohenden Todesstrafe und der Gefahr ein Unrechtsstaat zu werden?
Wahrscheinlich klingt das was ich jetzt schreibe auch grenzwertig und unmenschlich aber als Frau sage ich-wer hier her kommt unter dem Deckmäntelchen der Schutzbedürftigkeit und an Silvester nichts besseres vorhat als Frauen im Schutz der Gruppe auf übelste Art und Weise zu begrapschen (wir reden hier nicht "nur" von einem Griff an die Brüste durchs T-Shirt hindurch) für den hält sich mein Mitleid bei einer Abschiebung in Grenzen - selbst wenn er in seiner Heimat kein Haus mehr hat oder mit dem Tod bedroht wird. Sie haben es doch selbst in der Hand - respektiert unsere Werte und ihr könnt in Frieden und Freiheit hier leben-missachtet sie und ihr könnt dahin zurück wo man es ebenso macht (Werte und Würde missachtet).
Und ich habe mit keinem Sexualstraftäter Mitleid-egal wer er ist.
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Re: Köln und andere Städte: Ich teile die Meinung von Ersin Özerol

Beitrag von Karin » 16.01.2016, 14:32

Zu den Überlegungen bezüglich Asylant Einstein: die Auffassung von "sexual harassment" ist in den Staaten deutlich enger als hier und wird auch strenger verfolgt.
Und weil deutsche Männer ( und evtl auch anderer Nationalitäten) sich aufführen, wie die Axt im Walde, ist es für alle rechtens?
Da wird der Attentäter von Istanbul anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert, und hier wurde dann von eventuell, möglicherweise, vielleicht gesprochen.

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