Politik-Rubrik im Cockerforum?

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Greeta
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Wohnort: Friesland

Beitrag17.11.2015, 09:27 von Greeta

Zeit zum Leben.jpg
Zeit zum Leben.jpg (62.98 KiB) 1043 mal betrachtet
Diese Postkarte steht auf meinem Büroschreibtisch.

Man darf vor lauter Angst nicht aufhören zu leben....
LG
Anja


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Bella
Beiträge: 1446

Beitrag17.11.2015, 09:31 von Bella

Ich meinte die Menschen, die versuchen uns unsere Freiheiten zu nehmen.
Das hatte ich auch so verstanden - nur, wen genau meinst du damit?

Falls du damit Terroristen meinst, die unschuldige Menschen töten, stimme ich dir zu.

Einen Zusammenhang zur Flüchtlingskrise zu ziehen finde ich kontraproduktiv. Unsere Freiheit wird nicht durch vor Krieg und Gewalt Flüchtende bedroht. Ich persönlich fühle mich übrigens eher durch sich wöchentlich wiederholende Bilder 'besorgter Wutbürger' bedroht... da sehe ich meine Werte in Gefahr...
Liebe Grüße
Bella

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Einstein
Beiträge: 3442

Beitrag17.11.2015, 09:41 von Einstein

Zeit zum Leben.jpg
Diese Postkarte steht auf meinem Büroschreibtisch.

Man darf vor lauter Angst nicht aufhören zu leben....
Das ist eine sehr schöne Karte mit so viel Wahrheit!
Man sollte ruhig schreiben was man denkt, nur sollte man es vorher bedenken !
Im übrigen: "Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen" (A. Einstein)

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Einstein
Beiträge: 3442

Beitrag17.11.2015, 09:46 von Einstein

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration des droits de l'homme et du citoyen) vom 26. August 1789, Artikel 4:
„La liberté consiste à pouvoir faire tout ce qui ne nuit pas à autrui : ainsi l’exercice des droits naturels de chaque homme n’a de bornes que celles qui assurent aux autres Membres de la Société, la jouissance de ces mêmes droits. Ces bornes ne peuvent être déterminées que par la Loi.

„Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. So hat die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen nur die Grenzen, die den anderen Gliedern der Gesellschaft den Genuß der gleichen Rechte sichern. Diese Grenzen können allein durch Gesetz festgelegt werden.“

Oft wird daraus gemacht:

Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt!

Dieser Satz wird auch oft in Zusammenhang mit Rosa Luxemburg gebracht; es ist aber nicht eindeutig als "ihr" Zitat zuzuordnen.
Man sollte ruhig schreiben was man denkt, nur sollte man es vorher bedenken !
Im übrigen: "Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen" (A. Einstein)

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Bella
Beiträge: 1446

Beitrag17.11.2015, 10:00 von Bella

Das kann ich dir beantworten. Weil ich täglich erlebe welche Gewalt in diesen Auffangstation herscht und wie uns gegenüber reagiert wird. Autos werden demoliert, Frauen belästigt, geklaut und zerstört. Einzelfälle ? Leider nein.
Zwei Dinge:

1. Es ist doch wohl jedem klar, dass es nicht funktionieren kann, hunderte Menschen, die schwer traumatisiert sind und zum Teil nahe Angehörige verloren haben, in Auffangstation (allein das Wort sagt doch schon aus, dass das keine menschenwürdigen Unterkünfte sind) unterzubringen.

- Ohne Privatssphäre, zu wenig Toiletten und Duschen, teilweise ohne Waschmaschinen, nachts brennt das Licht, keiner kommt zur Ruhe und kann sich von der Flucht erholen. Angst vor der Zukunft, erschöpft und traumatisiert von einer tausende Kilometer langen Flucht unter lebensbedrohlichen Bedingungen. Ohne Hoffnung.

- Hinzu kommt: unterschiedliche Ethnien, die sich zum Teil vorher bekämpft haben. Vor allem junge Männer, geballte Ladung Testosteron.

Es war seit langem bekannt, dass Flüchtlinge auf dem Weg zu uns sind - diese Situation ist politisch gewollt!


2. Die aktuellen Kriminalstatistiken zeigen, dass Flüchtlinge nicht mehr Straftaten begehen als Deutsche. (Und ein Teil der Straftaten wie Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht können nur von Asylbewerbern gegangen werden).
Viele, wenn nicht alle der in den sozialen Netzwerken verbreiteten Meldungen über vergewaltigte Mädchen und Frauen sind schlichtweg falsch und werden genau zu dem Zweck dort verbreitet, Ängste zu schüren.

Dass Dinge gestohlen und auch demoliert werden glaube ich schon... das ist natürlich nicht in Ordnung und muss geahndet werden, aber auch hier ist es bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, wie es dazu kommt (ohne es gutzuheißen!). Dort wo Extreme aufeinanderprallen, wird es schwierig. Aber dafür gibt es Gesetze.
Liebe Grüße
Bella

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Bella
Beiträge: 1446

Beitrag17.11.2015, 10:19 von Bella

Worin bestünde denn eigentlich die Alternative dazu, den flüchtenden Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Asylantrag zu stellen?

Das Recht auf Asyl ist ein Grundrecht. Das scheinen all diejenigen, die auf unsere Werte pochen, gern zu vergessen.

Sollen wir wirklich die Länder mir den Außengrenzen Europas wie Italien oder Griechenland mit den flüchtenden Menschen allein lassen? Ist das unser Verständnis von einem gemeinsamen Europa??

Die Situation, die den Boden für IS, Al Kaida und Boko Haram bereitet hat, haben die westlichen Länder (mit-)geschaffen. Aber das Elend soll doch bitte schön auf den nahen Osten beschränkt bleiben, schön weit weg von unserer heilen kleinen Welt. Öl ja, Flüchtlinge nein.

Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt mit einem rundum-sorglos Paket.
Und jetzt, wo die Menschen einen kleinen Teil davon abgeben sollen (vielleicht wäre zurückgeben auch der richtige Begriff), sehen sie gleich ihre Werte in Gefahr.

Ich bin nicht religiös - aber ist es nicht Nächstenliebe, was die meisten christlichen Menschen als größten Wert ansehen? Aber irgendwie scheint sich wohl doch jeder selbst der nächste zu sein, wenn es ans Eingemachte geht...

Natürlich wäre es traumhaft, wenn jeder Mensch dort in Glück und Frieden leben kann, wo er seine Heimat sieht - aber das ist nun mal eben nicht so.
Menschen sind in akuter Lebensgefahr! Nochmal... was ist die Alternative, als denen Zuflucht zu gewähren?
Liebe Grüße
Bella

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Karin
Beiträge: 8982

Beitrag17.11.2015, 18:44 von Karin

Ein Wort zur Integrationswilligkeit bzw deren fehlen.
Wir wohnten vor gut zwanzig Jahren im Zusammenhang mit Männes Job für zwei Jahre in den USA. Also mit einem" großen deutschen Elektrokonzern" als Arbeitgeber im Rücken. An den Frauen der Kollegen habe ich teils gesehen wie schwierig es ist, in eine ( uns ja gar nicht SOO fremde) Kultur zu kommen, wie Heimweh nach den bekannten Strukturen, man war da wer, den Integrationswillen beeinträchtigen kann. Dort waren wir... hatten wir... Kommunion? Ja wie denn, ohne Religionsunterricht und nein, die Eltern reichten nicht aus!
Deutschland muss sich als Einwanderungsland begreifen.

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churrita
Beiträge: 203

Beitrag17.11.2015, 20:20 von churrita

Auf N3 wurde gerade davon berichtet, dass es einen Anschlag auf das Stadion in Hannover bei dem Freundschaftsspiel Niederlande - Deutschland geben sollte.
GsD ist die Warnung vielleicht noch rechtzeitig gekommen. Es macht mich sprachlos, da mit dem Spiel ein Zeichen gegen den Terror gesetzt werden sollte.

Wo soll das noch enden???
Liebe Grüße Gabriela und Coralee mit Churri u. Leila tief im Herzen
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John2412

Beitrag17.11.2015, 20:25 von John2412

Ich habe mich in 1974 hier in D niedergelassen habe die sprache gelernt und und habe mich die Deutsche sitten und lebenstil angepasst. Es klappt WENN Man will.

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churrita
Beiträge: 203

Beitrag17.11.2015, 20:37 von churrita

Ich persönlich finde, wenn ich in einem anderen Land leben und dort auch arbeiten möchte, dann muss ich die Sprache lernen und mich den Sitten und Gebräuchen anpassen. Dass heißt, aber nicht das ich mich "verbiege" und es Jeden Recht machen muss. Ich kenne es aus meinem Freundeskreis, dass die Eltern auch nach fast 50 Jahre, die sie hier leben noch nicht der deutschen Sprache mächtig sind und die "Kinder bzw. Enkelkinder" von Deutsch in Italienisch übersetzen müssen. Und so etwas finde ich nicht gut, aber dies ist meine persönliche Meinung.
Liebe Grüße Gabriela und Coralee mit Churri u. Leila tief im Herzen
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Buddy
Moderator
Beiträge: 10922

Beitrag17.11.2015, 21:20 von Buddy

Ich habe mich in 1974 hier in D niedergelassen habe die sprache gelernt und und habe mich die Deutsche sitten und lebenstil angepasst. Es klappt WENN Man will.
Wenn man will geht das auch. Meine Mutter ist zur selben Zeit nach Deutschland gekommen und hat es auch geschafft.

Es ist nicht einfach alles hinter sich zu lassen und zu flüchten. Das verstehe ich. Und auch das die Bedingungen sehr schwierig sind. Aber warum wird zerstört und gestohlen ? Benimmt man sich so wenn man aufgenommen wird ?

Es wirft schnell ein schlechtes Licht auf alle.

Und was da in Hannover passiert. Puh ich hoffe es ist ein Fehlalarm.
Claudia mit Buddy, Yuri und Enya und dem Seelenhund Lanya fest im Herzen.
- “Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.”
Anton Bruckner (1824-1896), Komponist-

Kathrin
Beiträge: 246

Beitrag17.11.2015, 21:52 von Kathrin

Es gibt auch heute noch viele ältere Menschen, vor allem die mit muslimischem Hintergrund, die kein oder schlechtes Deutsch reden. Vor allem sind es Frauen die mit den Männern kommen und die dann übersetzen müssen. Was, wenn es um Fragen wie das Kochen geht (weil die Männer keine Ahnung haben) mühsam und nicht immer einfach ist.
Ich denke auch wenn ich freiwillig in einem anderen Land lebe, dann passe ich mich an.
Da wir in der Nähe von einem großen Autohersteller wohnen, kenne ich viele Familien die nach Ungarn gegangen sind und dort die Sprache gelernt haben.
LG
...be happy with what you have...
Kathrin & Fanny

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Bella
Beiträge: 1446

Beitrag18.11.2015, 13:04 von Bella

Als in den frühen Jahren der Bundesrepublik gezielt Arbeiter aus der Türkei oder Italien nach Deutschland gelockt wurden, war das Ziel NICHT, diese zu integrieren, sondern ihre Arbeitskraft zu nutzen. Es gab weder organisierte Sprachkurse noch andere Integrationsangebote!
Darum kann man diesen Menschen eigentlich nicht vorwerfen, dass sie kaum Deutsch sprechen. Die Fehler liegen hier ganz klar bei der damaligen Regierung, bzw. sind der Zeit geschuldet.

Zum Teil ist die Entstehung der Parallelgesellschaft auch darin begründet.

Die Flüchtlinge, die heute zu uns kommen, kann man mit der damaligen Situation nicht vergleichen. Und zu Behaupten, die Menschen WOLLEN sich nicht integrieren, ist eine Behauptung, die ich bis zum Beweis des Gegenteils nicht gelten lasse und auch unfair finde. Außerdem sind die Menschen so unterschiedlich, dass es DEN Flüchtling sowieso nicht gibt.

Und auch die Verallgemeinerung von Zerstörungen und Undankbarkeit durch DIE Asylbewerber ist nicht korrekt. Die allermeisten sind heilfroh ihre Haut gerettet zu haben und werden doch nun nicht ihrerseits damit beginnen, hier Chaos und Zerstörung zu stiften.
Liebe Grüße
Bella

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Bella
Beiträge: 1446

Beitrag18.11.2015, 13:09 von Bella

Ich denke auch wenn ich freiwillig in einem anderen Land lebe, dann passe ich mich an.
Das kannst du aus deiner Position heraus jetzt so sehen - nur die Flüchtlinge sind nicht in deiner Situation. Sie haben ihre Heimat zum großen Teil nicht unbedingt freiwillig verlassen, sondern mussten flüchten. Die Motivation ist also eine völlig andere... und die kulturelle Bildung auch.

Die Menschen müssen erst einmal begreifen können, wie das Leben hier funktioniert. Und das funktioniert nur, wenn sie durch Bildung, Arbeit und Sicherheit an unserer Gesellschaft teilnehmen können.

Bestimmt nicht, in dem man ihnen mit Vorurteilen, Vorwürfen, Ungeduld begegnet ... oder ihnen gar die Hütte anzündet.
Liebe Grüße
Bella

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Zulle
Beiträge: 2640

Beitrag18.11.2015, 14:36 von Zulle

Die Menschen müssen erst einmal begreifen können, wie das Leben hier funktioniert. Und das funktioniert nur, wenn sie durch Bildung, Arbeit und Sicherheit an unserer Gesellschaft teilnehmen können. Bestimmt nicht, in dem man ihnen mit Vorurteilen, Vorwürfen, Ungeduld begegnet ... oder ihnen gar die Hütte anzündet.
Danke Bella für Deinen langen Atem.
Grüße von Petra
Alma (5) & Edvin (10)

ALLE TAGE SIND GLEICH LANG, NUR VERSCHIEDEN BREIT. (UDO. L.)

John2412

Beitrag18.11.2015, 14:44 von John2412

Menschen leben zu respektieren ist keine frage der Herkunft. Egal wo ich hier komme habe ich andere menschen mit wurde zu behandeln.


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