heute ist es wieder passiert.

chelsea
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Re: heute ist es wieder passiert.

Beitrag von chelsea » 13.11.2014, 18:07

ich sehe es wie sabine. schon viele schwere gänge musste ich gehen.

meine yorkie hündin, wurde langsam blind,dann kam diabetes dazu. orientierungslos lief sie manchmal vor möbel und dort blieb sie stehen. bis ich sie ansprach. dann kommen die gedanken die in der endlosschleife zu kreisen scheinen. ist das noch lebensqualität, sollte ich....... ich hatte damals immer zwei hunde, manchmal überlegte ich ob ich sie zuhause lassen sollte wenn wir laufen gehen. weite strecken ging sie nicht mehr. aber wenn sie die aufbruchstimmung hörte stand sie als erste an der türe. so habe ich sie den letzten herbst vorne in die weste gepackt und mitgenommen. wenn sie was machen wollte oder laufen hat sie gestrampelt.

an manchen tagen an denen es ihr schlechter ging, habe ich zu ihr gesagt: wenn du gehen willst, dann gibst du mir ein zeichen. und schwupps hatte sie wieder energie. als wollte sie sagen, nein nein noch nicht. sie hat praktisch den ganzen tag geschlafen bis auf die zeit in der weste als ich sie mit genommen hatte. futter war mühsam in sie rein zu bekommen. für mich immer ein sicherer indikator das der lebenswille aus haucht.

dann unaufhaltsam kam er, der 24.11. ein Mo noch vor dem wecker hörte ich seltsame töne aus dem hundekorb. töne die mir nicht bekannt waren. ein wimmer nein es war ein ganz eigenartiger ton. es hörte sich entsetzlich an! DA wusste ich jetzt ist es zeit abschied zu nehmen. sie war total unruhig und die laute blieben das es mir kalt den rücken runter lief. für "den" fall bekommen meine hund globuli und bachblüten. sofort wurde sie ruhig. ich hatte sie auf dem arm, wollte sie zurück in den korb legen damit ich mich anziehen konnte. doch dann fing sie zu weinen an. für mich: bitte bitte lass mich nicht alleine. also bin ich mit schlafanzug in jogginghose und dicken pullover 1 std war vergangen. ich kann doch nicht um

5.30h beim TA klingeln?! sollte ich anrufen? nein da wäre nur der AB dran.

6h uhr, egal ich packe sie warm ein und fahre in nachbarort zum TA. mir egal wenn ich klingel KANN sie mich nicht wegschicken. das einzige was ich wollte, sie soll nicht leiden und die laute die sie von sich gab liesen nichts gutes vermuten. durch die globuli war sie ruhig gestellt aber völlig apatisch. also stehe ich im schlafanzug bzw als käme ich von einem basar mit dem hund im arm vor der praxis. gleich wird geöffnet. bitte bitte erlösen sie meinen hund. wie stellen sie sich das vor, ich habe ein kl kind neben an sitzen es ist 6.15h. ich kämpfe mit den tränen. kurz soll ich warten. ich warte endlos, nein es kam mir nur so vor.

ich kann NUR auf ihre bitte kein tier ......... ihr krankenbild braucht sie, eine untersuchung macht sie dann ein nicken. sie erklärt mir das prozedere, ich soll sie am tisch ablegen. nein das will ich nicht! nur kurz, dann darf ich sie wieder nehmen....... eine spritze ok. ich denke ich denke jetzt hat sie es gleich geschafft. nein, die venen sind zu durch die diabetes, wieder erklärt sie mir. es geht ein bischen länger ich muss direkt ins herz spritzen. ABER so versichert sie mir, sie spürt es nicht. aber ich spüre es. als hätte sich eine hand um mein herz gelegt, die spritze ins herz wollte und konnte ich nicht sehen. dann durfte ich sie wieder nehmen. es länger gedauert, für mich sehr lange und dann konnte ich das auf und ab der atmung nicht mehr spüren.

ich bin dann mit ihr gleich an "unseren" see gefahren, ich weiss sie hat ihn noch einmal gesehen. wie ich dort hin kam, ich weiss es nicht mehr. dann fing es an zu regnen, als würde der himmel weinen. und während ich das schreibe, stehen mir die tränen in den augen. diese momente vergisst man keine sek des ablaufes. wenngleich wir viel vergessen!

WAR DAS DER RICHTIGE MOMENT? ich denke ja.
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Revilo
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Re: heute ist es wieder passiert.

Beitrag von Revilo » 14.11.2014, 10:20

chelsea hat geschrieben:heute ist der "prof max" meiner freundin über die RBB gegangen.

es nimmt mich immer wieder mit, wenn ein geliebtes tier diese welt verlassen muss. immer wieder stellt sich mir die frage: ist es besser dem unausweichlichen ins auge zu sehen, oder besser wenn es uns unverhoft trifft?

ich habe persönlich schon beide variationen erleben müssen und ich denke es macht einen unterschied, wenn man sich darauf vorbeireiten kann oder wenn es einen unverhofft trifft.

wie seht ihr das?
Erstmal mein Beileid.

Also ich habe es bei Menschen (Mutter, Grossmutter, Grossvater) und bei Tieren (2 Rauhhaardackel) erlebt - wenn man sich darauf vorbereiten kann, weil das Tier oder Mensch krank ist, ist es für mich sehr viel leichter, als wenn es plötzlich passiert. Einer meiner Grossväter ist mal angefahren worden und dann verstorben, obwohl er noch fit war. Das war schon hart.
Glücklich mit Josy seit dem 22.08.2014

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Re: heute ist es wieder passiert.

Beitrag von Junior » 14.11.2014, 11:41

Ich habe bereits einige Hunde einschläfern lassen müssen, einen habe ich bei einer Not OP verloren.

Schlimm ist es immer aber am härtesten haben mich der Tod eines meiner Neufundländer und der Tod von Romeo getroffen. Bei Romeo wurde nach einer TA Odyssee eine Autoimmunkrankheit diagnostiziert die sich mit Medikamenten einfach nicht in den Griff bekommen ließ. Kein derzeit verfügbares Medikament schlug an und so habe ich 4 Wochen nach Aubruch der Krankheit entschieden ihn gehen zu lassen. Er war nicht einmal zwei Jahre alt.

Mein Neufundländer Junior war über 12 Jahre alt, aber die Entscheidung beim TA anzurufen und zu sagen das es nicht mehr geht war furchtbar, immer wieder überlege ich ob es nicht zu früh war, ob ich nicht noch irgendwas hätte tun können....

Auch der Tod meiner Mutter am 3.10. war ganz ganz schlimm. Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen (und ihr auch!!!) sie wäre mit 65 plötzlich gestorben als mit 67 Jahren nach einer furchtbaren Quälerei an Krebs. Das waren zwei schlimme Jahre und entsetzliche letzte Monate, sowohl psychisch als auch physisch, für sie und auch für uns!
Viele Grüße

Martina

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Re: heute ist es wieder passiert.

Beitrag von Gebirgsoma » 14.11.2014, 18:38

Ein unerwarteter Verlust in jungen Jahren ist für mich definitiv schlimmer, als ein Ende im Alter oder bei unheilbarer Krankheit. Denn die Lebensuhr neigt sich dann schon dem Ende zu. Und trotzdem weiß man nie, wie stark oder feige, verloren oder alpträumend, reuend oder zweifelnd man selbst hinterher ist. Ich erinnere mich noch, dass ich zuerst wie von Sinnen im Garten eine Grube gegraben hatte, als wir mit unseren Seppl mit der Diagnose Krebs vom TA kamen. Er hat mit Medis dann doch noch ein halbes Jahr bis 15,5 gut geschafft. Und die Tochter und ich haben darüber gesprochen und waren uns einig: Bei den ersten Anzeichen von Schmerzen oder schlimmen Umfallern gehen wir zum letzten Date in die Klinik. Als der Hund an einem Morgen nicht aufstehen mochte und seine Augen schon abwesend in irgendeine Ferne schauten, haben wir denn auch nicht gezögert und konnten bei aller Trauer und Heulerei gut damit leben, den Zeitpunkt bestimmt zu haben, ehe es für ihn nur noch Quälerei geworden wäre.
Und der als Oldi im Wald drei Jahre zuvor ausgesetzte Fundcocker Oscar war zwar stocktaub und wackelte zuletzt nur noch gemütlich von Baum zu Baum, aber er hat ohne jedes Anzeichen von Krankheiten an einem Tag nach der üblichen Pinkelrunde "gesagt", er habe jetzt fertig. Er hat nicht mehr fressen und saufen wollen und sich aus seinem Körbchen nicht heraus locken lassen. Seine Signale und mein Bauchgefühl sagten damals eindeutig: der will jetzt sterben. Am Ende des Tages hatte er zwar nur noch 34 Grad Körpertemperatur und ein ganz langsam schlagendes Herz, aber er war nicht gestorben. Und ich habe es damals eben nicht aushalten können, neben ihm zu sitzen und ihn nur streichelnd auf den letzten Weg zu geleiten. Also doch ab zum TA, der fleißig spritzte und sich weigerte, den schon komatösen Opa einzuschläfern. Erst nach sieben Tagen mit Fusionen, Zwangsernährung, Wärmflaschen, Heraustragen zum Pullern, Absaugen von Schleim und Tropfen in die nicht mehr geöffneten Augen bekam der alte Oscar endlich seine letzte Spritze und durfte gehen. Und ich hab den TA gewechselt und nach dieser Erfahrung für mich selbst eine Vorsorgevollmacht gemacht.
Nach den Trauermonaten kam Josi. Die sollte mit ihren drei Jahren eigentlich der langjährige Begleiter für meine eigenen alten Tage werden. Jung, gesund, schwierig, kuschlig. Eine Persönlichkeit und eine Herausforderung. Und eigentlich eines Tages gar nicht krank, nur ein wenig schlapp. Drei Tage lang Fahrten in die Tierklinik, zig Untersuchungen und Medis - und am Ende ist das Cockerchen mit sechs Jahren langsam und ganz furchtbar an einer erst posthum erkannten Botulismusvergiftung gestorben. Kein TA hätte sie retten können, aber wenigstens das nach fortschreitender Nervenlähmung qualvolle Ersticken hätte man ihr ersparen können, wenn die Diagnose rechtzeitig klar gewesen wäre. Ich habe es diesmal geschafft und den Hund bei seinem Todeskampf nachts an einem Feiertag über acht Stunden im Arm gehalten. Aber einen solchen Tod sollten weder Mensch noch Tier sterben müssen. Und noch heute - ein halbes Jahr danach - sehe ich zuweilen nachts noch alpträumend die erst hilfesuchenden und dann in Todesangst geweiteten Augen der Hündin.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen (auch mit Pferden und Katzen) tendiere ich also eher für Sterbehilfe bei unheilbaren und schmerzhaften Prognosen. Schlimm ist es immer für die Entscheider bzw. Dagebliebenen. Wir quälen uns danach mit der Trauer, vermeintlichen Versäumnissen u.a. Für das Tier ist wichtig, dass es ein gutes Leben bei uns hatte. Es lebt im Jetzt. Bis zum letzten Moment! Und beim letzten TA-Besuch dämmert man dann eben weg, ohne dass Frauchen schon zuvor einen Nervenzusammenbruch bekommt und Hundi sich nicht auch noch zuletzt emotional empfundene Sorgen um seine leute machen muss.
Angelika mit Darja (jetzt ein Jahr)

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