"Neue Zeitung" Klagenfurt, vom 08.06.1960

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Polly 2007
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"Neue Zeitung" Klagenfurt, vom 08.06.1960

Beitrag von Polly 2007 » 13.12.2013, 22:15

Ob diese Geschichte wirklich wahr ist - weiß ich nicht, aber ich war tief bewegt....

Die "Neue Zeitung" Klagenfurt, vom 08.06.1960 berichtet Folgendes:

Tief beschämt wurde ein Rowdy in New York, der den Hund seines Nachbarn erschossen hatte.
Im Gerichtssaal hielt der Hundebesitzer eine kurze Rede, einfach und ohne Pathos, die eine überraschende Wirkung auslöste. Der Rowdy, der Hunde nicht leiden konnte, fand keine Worte zu seiner Verteidigung, sondern erklärte nur mit gebrochener Stimme:
"Bestrafen Sie mich hart, Herr Richter!"
Die Leute auf den Bänken im Zuschauerraum horchten auf.

Etwas erhöht, unter den Sternenbanner saßen die Richter, die weiß Gott keinen schwierigen Fall zu behandeln hatten. Auch sie blickten schweigend und betroffen auf den Angeklagten und den Hundeebsitzer, der Folgendes sagte:

"Nichts auf der Welt ist sicher. Deine eigene Frau mag dich verlassen. Deine Kinder mögen sich als undankbar erweisen, trotz aller Opfer, die du für sie gebracht hast. Deine besten Freunde, denen du jahrelang vertraut hast, können dich eines Tages betrügen. Du magst dein Vermögen verlieren. Dein Ruf, deine Ehre können können in ein Nichts zerrinnen. diejenigen, die am meisten vor dir in die Knie gesunken sind, werden vielleicht die ersten Steine nach dir werfen, wenn sie dich nicht mehr brauchen. Der einzige absolut uneigennützige Freund den der mensch in dieser selbstsüchtigen Welt haben kann, ist sein Hund. In der ärmsten Hütte ist er genauso glücklich wie im größten Palast; denn nur bei dir möchte er sein. Er ist der einzige, der dich nicht betrügt. Wenn du ein Bettler bist, bewacht und verehrt er dich als wärst du ein Prinz. Wenn du von Haus und Hof vertrieben wirst, wenn sie alle, alle dich verlassen, nur er, dein Hund, verlässt dich nicht. Hast du kein Obdach mehr und musst im Freien schlafen, will er keine andere Belohnung, als bei dir sein. Auch wenn du verhungern müsstest, bliebe er dir treu. Er hungert mit dir und küsst und leckt die leere Hand, die ihm kein Futter reichen kann. Solltest du plötzlich tot umfallen, er weicht nicht von dir. Er muss eher erschossen werden, als dass er dich im Stiche ließe. Bist du dann in der kühlen Erde, und er weiß die Stelle - dort an deinem Grab findest du ihn. Er scharrt, als wollte er dich wieder ausgraben. Er legt seinen Kopf zwischen seine Pfoten und trauert um dich, er, dein bester Freund, dein Hund!"

Die letzten Worte des Hundebesitzers kamen nur stockend über seine Lippen, Im Zuschauerraum war es still, wie bei einem Gottesdienst. Die Richter schweigen, der Angeklagte blickte beschämend zu Boden. Die ungewöhnliche Rede des Nachbarn hatte ihn sichtlich erschüttert. "Bestrafen Sie mich hart, Herr Richter!" , das war der einzige Satz, der er hervorbrachte. Doch diese Forderung machte den ganzen Prozess zu einem denkwürdigen Ereignis.
Das Urteil hatte dann nur noch symbolischen Wert.
Grüße aus der schönsten Stadt der Welt
Petra mit Polly und Mick
"Wer sagt das zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist , sagt nichts über den Hund aus , sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten" Dr. Blaschke-Berthold

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Vera
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Re: "Neue Zeitung" Klagenfurt, vom 08.06.1960

Beitrag von Vera » 14.12.2013, 07:09

Petra, zumindest die Rede des Hundehalters ist wahr, sehr wahr....

Diese Worte sollten alle, die keine Hunde mögen, in Ruhe und ausgiebig lesen - danke für die Geschichte!
Vera mit Winnie, Pebbles und Philou im Bett
und Mäxlein im Herzen

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