Hunderudel und Territorium

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Edda & Sadie
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Beitrag17.05.2017, 12:31 von Edda & Sadie

So liebe Leut`, damit das Cockerforum nicht einschläft, möchte ich gleich mit einem Thema beginnnen, war bei uns die Gemüter erhitzt.
Ich wohne direkt an einem Park mit einer räumlich angeschlossenen Kleingartenanlage. Jeden Morgen mache ich -wie viele andere Hundebesitzer auch- meine Hunderunde durch Park und Gartenanlage. Der Vorteil der Gartenanlage: Der Weg ist von Gärten umzäunt, gleichzeitig aber genügend Wiesenfläche /Gebüsch zum stöbern und toben. Viele Hundeleute machen dort ihre Morgenrunde, da die Hunde nicht abhauen können. :D

Im letzten halben Jahr treffen sich dort professionelle Hundesitter. Soweit so gut. Die beiden Hundesitter schliessen sich zusammen und gehen mit teilweise 20 Hunden (große und kleine, angeleinte und Freiläufer) durch die Anlage. Die idealen Voraussetzungen (Hunde können nicht abhauen), nutzen die Hu-Sitter, um sich dort auf den Wegen "aufzuhalten". Das gibt immer wieder Ärger mit den Einzelhundegängern (bzw.2 oder 3 Hunde).
Nicht nur, dass sich diese Hundegruppe als "Rudel" mit Hierarchien begreift, sondern, wenn sie an einem Ort stehenbleiben, dieses als ihr Territorium sehen.
Was natürlich schwierig ist, wenn man an diesem Rudel vorbei will. "Die sind ganz lieb" rufen die Hu-Sitter. Ja klar, einzeln sind das Schmusetiere.
Heute morgen hat es Gezanke gegeben und Sadie lief ca. 50 m zurück, um "mitzumischen". :x GsD ist nichts passiert.

Ich rede mir den Mund fusselig, dass die Hu-Sitter sich mit ihrem Rudel bewegen sollen, damit man die Möglichkeit hat in gebührendem Abstand hinterherzugehen, um mögliche Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Mit denen zu reden bringt gar nichts. "Alles in Ordnung, Hunde bellen, Katzen miauen" war heute morgen die Antwort auf meinen Einwand.

Viele Hundebesitzer meiden inzwischen den Park, fahren mit ihren Hunden woanders hin. Viele Beschwerden gingen auch beim Ordnungsamt ein. Die Hu-Sitterjungs sind zwar nett, aber haben keine Ahnung von Hunden (Rudelordnung/Territorium)!!!

P.S. Sie müssten mit der Hundemeute nur über eine große Strasse gehen, da sind Wiesen, Wald, Wasser im großen Stil. Allerdings kann man die Hunde da nicht so gut kontrollieren wie in der eingezäunten Parkanlage. :evil:

Meine Frage: Liege ich mit meiner Rudel/Territorium- Meinung richtig?
(Auff den Fotos: so sehen die Wege aus..)

LG Edith
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carverus
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Beitrag17.05.2017, 13:08 von carverus

was das Rudeverhalten betrifft liegste auf jeden Fall richtig,bei solch großen Meute haste ja alles dabei vom Beschützer bis zum von Demut beseelten
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Buddy
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Beitrag17.05.2017, 13:39 von Buddy

Das passt zu dem was mein Alltag mit drei Hunden ist

Der Trupp der Sitter ist in dem Sinne kein Rudel weil sie nicht zusammen leben. Aber es ist eine Gruppe mit einer entsprechenden Dynamik. Und das kann wenn es nicht kontrolliert wird übel enden.

Ich erlebe es fast täglich das Halter ihre Hunde in mein Rudel schicken wollen und es teilweise auch tun.

Mit dem Egebnis das ich meine kontrollieren muss. Die wollen das nicht. Mit fremden Hunden, die da rein platzen spielen sie nicht. Yuri macht das auch ganz deutlich klar. Egal ob wir mit einer grossen Gruppe unterwegs sind oder alleine.

Treffen usw sind kein Thema wenn sie sich kennen lernen.

Rennt einer unkontrolliert in die Gruppe wird ihm unmissverständlich gezeigt wo sein Weg lang geht.

Und meine Drei sind alle sozialverträglich, sehen solche Dinge aber hündische und nicht menschlich. :?

Ich bin oft die Böse weil meine nicht spielen dürfen. Dabei will ich nur verhindern das der andere Hund der Spielball ist.
Claudia mit Buddy, Yuri und Enya und dem Seelenhund Lanya fest im Herzen.
- “Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.”
Anton Bruckner (1824-1896), Komponist-

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Edda & Sadie
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Beitrag17.05.2017, 13:58 von Edda & Sadie

Claudia, Du hast völlig recht. Bei Hunden, die sich kennen ist das nie ein Problem - siehe Cockerrunden.
Ich habe aber mal bei einem Rütter-Vortrag gesehen, wie sich ein Rudel aufbaut: wer ist Rudelführer, wer der 2. und Bewacher, Kontrolleti, wer ordnet sich immer unter, wer steht in T-Form etc. Wenn da ein fremder Hund reinmischt, verändert sich die ganze Situation.
Wie schnell territorales Verhalten gezeigt wird, weiß ich von meinem ersten Cocker Lukas. Er ging mit uns im Wald spazieren, Hundebegegnungen waren nie ein Problem... Aber: sobald wir eine Pause gemacht haben, uns hingesetzt haben, wurde jeder - ob Mensch oder Hund- innerhalb von Sekunden im Umkreis von 10 m verbellt bzw. angegangen.

Bei einer Cockerunde habe ich das einmal erlebt, dass ein Cocker eine Joggerin angegriffen hat, weil die Pausenstelle offensichtlich sein Territorium war. Meistens wuseln aber verfressene Cocker um die Picknickstelle. Aber Territoriumbildung geht innerhalb von Sekunden und ist nicht zu unterschätzen. ... aber sag das mal den Hundesittern. :?

LG Edith
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Buddy
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Beitrag17.05.2017, 14:12 von Buddy

Ich war mittlerweile drei Mal zu einem Seminar Hündische Kommunikation. Zwei Mal als Teilnehmer ein Mal als Helfer.

Da habe ich ganz viel mitgenommen für solche Situationen.
Und was ein einzelner Hund für die Dynamik einer Gruppe bewirken kann.

Uns auch wie meine einzeln agieren und als Rudel. Da kommt ne ganz andere Dynamik rein

Dinge die mich im Alltag begleiten und mir helfen Entscheidungen zu treffen was ich zulasse was nicht.

Es wurden einem so die Augen geöffnet und ich verstehe die Sprache meiner Hunde heute viel viel besser und kann nachvollziehen warum sie wie reagieren.

So einen Seminar sollte für jeden Sitten Pflicht sein.
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Einstein
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Beitrag17.05.2017, 14:34 von Einstein

Wir kennen das hier auch und ich gehe solchen Situationen bewusst aus dem Weg.

Einstein hat ein so freundliches Herz, er geht liebevoll auf jeden zu, geht Streit aus dem Weg und trotzdem enden Begegnungen mit Hundegruppen unerfreulich. Ich habe da immer das Gefühl, er wird gemobbt.

Ganz anders verhält es sich, wenn wir uns gewusst mit einer Gruppe treffen, die Hunde gleichzeitig starten und sich auf den ersten m zu einer Gruppe finden. Dann passt es.

Was ich erstaunlich finde; zu beobachten wie sich bekannte Hunde untereinander in einer Gruppe und ausserhalb einer Gruppe verhalten. Wie schnell sich da die Position ändert, das ist erstaunlich.
Hier am See gibt es einen Pfotentreff, dort spielen die kleinsten miteinander, die Grossen können toben, die Hundehalter ein Zigarettchen miteinander rauchen. Es wird im Wasser getobt und anschliessend nimmt jeder ein Hundeschnitzel mit heim. Gehen wir als Gruppe mit zwei oder drei Hunden gleichzeitig dort hin, werden die Gruppen sehr schnell zu einer grossen Gruppe. Geht man als Einzelhund, ist es je nach Hunden die dort sind, schwierig "mitzuspielen", weil die Gruppe sich nicht öffnet.

Ich würde am Ordnungsamt ruhig noch mal Dampf machen; Wege sind für alle da und sollten auch von allen genutzt werden.
Wenn Hundesitter sich Geld verdienen wollen, dann sollten sie dies auch verantwortungsbewusst und vernünftig tun.
Nur der Einfachheit halber anderen das Gelände vermiesen, sollte nicht sein.

Ich stelle mir gerade die alte Frau vor, die mit ihrem Dackel da lang gehen möchte....
Man sollte ruhig schreiben was man denkt, nur sollte man es vorher bedenken !
Im übrigen: "Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen" (A. Einstein)

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Vera
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Beitrag17.05.2017, 14:39 von Vera

In einer Großstadt wie Köln sind sicher ganz viele Hundesitter gefragt - und damit wird das ein leicht verdientes Geld.

10 Hunde pro Sitter, da kommt schon was zusammen... Die Kehrseite der Medaille interessiert nicht, denn die Hunde sind alle brav. Sind sie auch - einzeln.
Ich habe auch schon Seminare mitgemacht, wo eine Hundegruppe gefilmt wurde, nach und nach wurde immer ein Hund raus genommen, ein anderer dazu. Später wurden die Filme gemeinsam analysiert. Da konnte man genau beobachten, wie sich die ganze Gruppe bzw. das Verhalten der einzelnen Hunde ändert, wenn das Gesamtgefüge verändert wird.

Insofern ist es wirklich wichtig, das zu wissen und noch besser, in bestimmten Situationen steuern zu können. Sehr häufig ist es ja so, dass dort, wo sich bereit 2 oder 3 in den Haaren liegen, ganz schnell andere noch mitmachen.

Edith, ich kenne ja die Gegend bei Dir und weiss, wovon Du redest. Es ist einfach zu blöd, dass die Sitterjungs nur sich sehen und kein Empfinden dafür haben, was ihr Auftreten mit so einer großen Gruppe bei anderen Hunden macht.
Sollte sich da nichts bessern, würde ich darüber nachdenken, das Ordnungsamt anzusprechen.
Wenn die Ohren für DICH auf Durchzug gestellt werden - DAS funzt bestimmt!
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Uschi
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Beitrag17.05.2017, 19:04 von Uschi

Bei uns wird so etwas zuerst von der Polizei geregelt: Also dort vorstellig werden, die Situation schildern und (falls bekannt) Namen und Adressen der Sitter angeben. Die Beamten der Hundestaffel bitten, sich die Begegnungen mit solchen Rudeln doch anzusehen und einzugreifen. Sollten die Sitter uneinsichtig sein, werden von der Polizei entsprechende Schritte in die Wege geleitet.
Uschi mit Luna von der Kühtzenhöhe (und Kessy und Douscha im Herzen)

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Karin
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Beitrag19.05.2017, 14:52 von Karin

Und wenn dann noch Ressourcen dazukommen, Bällchen, Leckerchen, ist der Ärger programmiert!
Gibt es eigentlich keine Beschränkung der Hundeanzahl pro Mensch bzw professionellem Sitter? Bei der Anzahl Hunde muss ich auf diese konzentriert sein, ratschen geht da nicht! Und dann ewig das Stehenbleiben, die Hunde gehen dann schon mal ins Territorialverhalten, wenn sie sich sehr gut kennen, agieren sie auch gemeinsam.

LG

Karin

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Edda & Sadie
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Beitrag20.05.2017, 11:05 von Edda & Sadie

Karin, das ist absolut meine Ansicht. Ich weiß nicht, ob Hundesitter einen "Hundeführerschein" brauchen oder nicht. Fakt ist, dass sich hier einige schon beim Ordnungsamt beschwert haben. Dazu kommt, dass einige Anwohner ("Oma mit Dackel") hier micht mehr spazieren gehen. :(

LG Edith
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Shorty
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Beitrag20.05.2017, 11:28 von Shorty

wie meist habe ich keine Ahnung aber:

Ich finde es unmöglich, dass die Anzahl der Hunde nicht begrenzt ist,
die Hundesitter keinen Hundeführerschein haben müssen,
Denen würde ich meinen Hund nicht geben :oops:

Schade finde ich es auch, dass die anderen Hundehalter dadurch sehr eingeschränkt werden und keinen kümmert es.

Ob die Hundehalter überhaupt wissen in welch großer Zahl die Sitter da on tour sind?
Ich würde das nicht zulassen.

Gruß Marlis
Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich gern hätten

lordjim
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Beitrag20.05.2017, 18:10 von lordjim

Hallo zusammen:)

Ich finde das auch unmöglich, dass dadurch andere Mitmenschen eingeschränkt werden.
Leider erleben wir das auch hier in der Umgebung häufiger. Hier wurde auch schon ein wunderschönes Gebiet in dem Hunde frei laufen durften.
Hunde liefen frei und belästigen Sparziergänger, es wurde Wild gejagt und sterbende Tiere liegen gelassen für mich ein Unding.
Clara mit
Mika(*30.03.2014) Indiana Jones vom Hof Sonnenschein
Henry (*13.04.2015) Balduin vom Schwalbengrund

und Jim ganz tief im Herzen

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Mambine
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Beitrag22.05.2017, 13:04 von Mambine

Mit dem Ordnungsamt wäre ich in solchen Situationen vorsichtig: Vermutlich weckt ihr damit schlafende Hunde :wink: und die greifen dann insgesamt durch und verteilen "Anlein-Knöllchen". Denn sicher darf man den Hund in der Kleingartenanlage nicht frei laufen lassen.
Herzliche Grüße

Ulrike und Mambo

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Vera
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Beitrag22.05.2017, 15:03 von Vera

Mambine hat geschrieben:Mit dem Ordnungsamt wäre ich in solchen Situationen vorsichtig: Vermutlich weckt ihr damit schlafende Hunde :wink: und die greifen dann insgesamt durch und verteilen "Anlein-Knöllchen". Denn sicher darf man den Hund in der Kleingartenanlage nicht frei laufen lassen.


Das habe ich auch schon gedacht. Egal wie man es dreht und wendet, es ist eine blöde Geschichte.
Vera mit Winnie und Pebbles
und Mäxlein im Herzen


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