Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

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Cockermama
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Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Cockermama » 27.09.2016, 09:31

vetmeduni-Presseinformation-2016-Bissvorfall hat geschrieben:„Halterinnen und Halter sollten erkennen, wenn sich der Hund bedrängt fühlt und rechtzeitig einschreiten. Trotzdem ereignen sich die Vorfälle häufig direkt vor den Augen der Erwachsenen“, erklärt Studienleiterin Christine Arhant vom Institut für Tierhaltung und Tierschutz der Vetmeduni Vienna. Ihr Team beschäftigt sich mit der Frage, warum Bissvorfälle mit dem Familienhund selbst unter Aufsicht so häufig sind. Dafür analysierte die Gruppe anhand einer Onlinebefragung erstmals die Einstellung der Eltern zur Beaufsichtigung von Kind und Hund.
vetmeduni-Presseinformation-2016-Bissvorfall hat geschrieben:„Das gesunde Misstrauen gegenüber fremden Hunden scheint beim eigenen Familienhund nicht gegeben zu sein“, schätzt Arhant ein. „Man vertraut dem eigenen Hund und schließt einen Beißvorfall mit ihm aus.“ Das reduziert nicht nur die Achtsamkeit, sondern HundehalterInnen setzen damit voraus, dass der Familienhund toleranter und geduldiger ist als andere Hunde. „Das Bedürfnis nach Ruhe und einem eigenen Bereich sollte auch beim eigenen Hund respektiert werden“, so Arhant.
vetmeduni-Presseinformation-2016-Bissvorfall hat geschrieben:Dass ein Hund auch ein Bedürfnis nach ausreichend Ruhezeit und Abstand vom Kleinkind hat, scheint den meisten Befragten dagegen nicht bewusst zu sein. Nur Wenige gaben an die Ruhezone und den Fressplatz des Familienhundes „kindersicher“, also für das Kind nicht zugänglich zu machen.
vetmeduni-Presseinformation-2016-Bissvorfall hat geschrieben:„Eine räumliche Abgrenzung erlaubt es den Aufsichtspersonen kurz die Aufmerksamkeit von Kind und Hund zu nehmen. Das Kind ist durch die Trennung geschützt und sie ermöglicht dem Vierbeiner sich ungestört zu entspannen“, erklärt die Studienleiterin.
http://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservi ... ssvorfall/


Liebe Grüße,
Nana
Unseriöser Tierschutz? Illegaler Tierschutz?
Infos gerne an: tierschutz-lug-und-trug at mail.de
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Karin
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Karin » 27.09.2016, 10:57

Viele können auch ihre Hunde nicht lesen, Kopf wegdrehen, Gähnen... Zeichen für Unbehagen.
Wenn ich schon höre " mit dem können unsere Kids Alles machen!"

LG

Karin

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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von A.N.N. » 27.09.2016, 11:37

Danke für die Beiträge.

Halterinnen und Halter sollten erkennen, wenn sich der Hund bedrängt fühlt und rechtzeitig einschreiten. Trotzdem ereignen sich die Vorfälle häufig direkt vor den Augen der Erwachsenen“, erklärt .........

Leider hatten wir ja auch mit Fee einen Beißvorfall vor 3 Jahren. Ich war ebenfalls im Zimmer und alles ging so schnell.
Heute würde ich aus meiner Sicht sagen, ich würde noch später einen Hund ins Haus holen, als wir. Marie war 8 und hatte leider einige Regeln auch nicht beachtet und alles war sekundensache.
Jetzt mit ihren fast 12 Jahren weiß sie die Zeichen zu deuten, kann Fee ihre Mimik deuten und verstehen und es läuft prima miteinander.

Wir haben über die Jahre gelernt, sie zu "lesen" und ich kann heute wirklich schon im Voraus sagen, es könnte prenzlich werden oder nicht.

Leider bekommen Hundehalter das in keiner Hundeschule etc. gelert und nur das tägliche Zusammenleben bringt einem diese Erfahrungen.

Mir gehen manchmal die Nackenhaare hoch, wenn ich Babys in mitten von einer Schaar Hunde liegen sehe. Das ist in meinen Augen verantwortungslos.
Liebe Grüße
ANN mit FEE und LOONA

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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Buddy » 27.09.2016, 12:15

Ich bin mit Hund aufgewachsen und auch mein Sohn.

Trotzdem würde ich nie sagen da passiert nix. Mein Sohn ist mit 15 und auch mit 18 von einem Ps Hund gebissen worden.

Wir sollten uns bei aller Liebe zu unseren Hunden immer darüber bewusst sein was sie sind.

Mein Mann sagt immer schau ihnen ins Maul dann weißt du was du vor dir hast

Ein Grund für mich ihnen niemals Blind zu vertrauen.

Kinder müssen wir da vor sich selber schützen und sollten dabei bleiben.

Kleinkind und Hund darf man nicht alleine lassen.

Ann mich gruselt es auch bei diesen Bildern vor allem wenn es darum geht Rassen als harmlos darzustellen.
Claudia mit Buddy, Yuri und Enya und dem Seelenhund Lanya fest im Herzen.
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Uschi » 27.09.2016, 16:30

Ich finde es deshalb auch absolut unverantwortlich, Kinder unter 14 Jahren alleine mit dem Hund Gassi zu schicken. Habe dieses Beispiel gerade in der Nachbarschaft. 10-jährige mit 2 jähriger Bretonen-Setter-Mix-Hündin, welche erst seit 1 Woche bei der Familie ist.
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Buddy » 27.09.2016, 18:16

Ich habe mal zu hören bekommen es wäre unverantwortlich das mein 16jähriger Sohn mit beiden Hunden geht.

Allerdings bei Fb. Dazu muss ich sagen das Marvin 185 cm war und locker mit beiden fertig wurde.
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Henri » 28.09.2016, 06:47

Danke für den Beitrag. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen (und stößt leider zu oft auf taube Ohren). Die Signale deuten, wie Kopf wegdrehen und Gähnen wurden ja schon genannt. Und wie oft tatschen gerade kleine Kinder den Hunden auf den Kopf :(

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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Buddy » 28.09.2016, 08:00

Nicht nur kleine Kinder. Das machen auch viele Erwachsene.

Und verstehen nicht wenn der Hund dann abtaucht. Selbst bei Hundehalter erlebe ich das oft.
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Catrin
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Catrin » 28.09.2016, 13:51

Bei allem sollte man aber differenzieren.

Es gibt Hunde, die mit Kindern bis zu einem gewissen Alter/Größe gar nichts anfangen können und im Zweifel auch schnappen (z.B. mein Filou).

Es gibt Hunde, vor denen muss man die Kinder schützen, weil sie so verrückt nach ihnen sind.
Unser Santi war z.B. so ein Hund, bei dem meine Neffen Narrenfreiheit hatten - mich dagegen hatte er manchmal zum Fressen gern. Ich bin mir nach wie vor sicher, dass er den Kindern - auch als sie dann seeehr viel größer wurden - nie etwas getan hätte. Er hatte sie aber auch - leider für ihn - nicht den ganzen Tag um sich, aber so gut wie täglich.

Und dazwischen gibt es ganz viele Abstufungen.

Es hängt auch von den Kindern ab. Ich habe 9 Neffen von klein auf mit Hunden erlebt. Jeder ist anders in seiner Achtsamkeit, in seiner Aufmerksamkeit, in seinem Streicheln, auch ohne dass man sie auf irgendetwas hinweist.

Ich würde es für mich vom Hund und vom Kind abhängig machen, inwieweit ich beiden in ihrem Miteinander "blind" vertraue und sie auch schon "früh" alleine Spazierengehen lasse.

Apropos blind ... Lilly war trotz ihrer Blindheit ein wahrer Schatz und hätte nie geschnappt, wenn sie unvermutet angefaßt wurde. Sie ließ sich gerne streicheln, und die Kinder haben ihr In-sich-Ruhen genossen und so viel Rücksicht genommen -f-

Meinen jetzigen Hunden vertraue ich blind. Wenn etwas falsch läuft, liegt es an mir!
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Amigo
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Amigo » 28.09.2016, 16:45

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die gewählte Überschrift des Artikels "Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt" etwas unpassend finde.

Das klingt für mich wie ein Appell an die Eltern sofort den Familienhund abzuschaffen, da er immer und jederzeit ein großes Risiko für den Nachwuchs darstellt!?

Ich finde, dass wird der Realität von "Familienhunden" nicht gerecht! Ich sehe es hier wie Catrin. Es gibt so viele verschiedene Hund- Kind Kombinationen und Charaktere. Diese sollten individuell berücksichtigt werden!


Der Artikel hat insofern seine Daseinsberechtigung, um auf mögliche Missverständnisse zwischen Hund und Kind und die Verantwortung von Eltern gegenüber Tier und Nachwuchs aufmerksam zu machen. Im Idealfall sollten die Eltern als eine Art Vermittler zwischen Beiden agieren und so Bedürfnissen von beiden gerecht werden.
Nur, wenn dass das Ziel des Artikels ist, hätte man es auch anders formulieren können.

Meine Skepsis zieht sich weiter durch den Text.

Die Basis zwischen Hund und Mensch ist für mich das gegenseitige Vertrauen. Ich möchte meinem Hund nicht mit ständigem Misstrauen gegenübertreten. Genau das verlangt der Artikel aber! Wer möchte so zusammenleben? Ich nicht!

Ich kann meinem Hund blind vertrauen.

Ich habe auch grundsätzlich kein Problem, wenn Kinder mit dem erzogenen Familienhund spazieren gehen. Für Kinder ist es doch das Größte den Hund auszuführen und oft ist zu beobachten, dass der Hund sich dem Tempo des Kindes anpasst. :)

LG Jessica mit Amigo
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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Henri » 29.09.2016, 17:22

Ich kann meinem Hund blind vertrauen
So sollte es auch sein. Ich gehe aber einen Schritt weiter: Kann ein Kind Deinem Hund blind vertrauen?

Jetzt erst war wieder im Stern zu lesen, dass ein Hund ein Kind mehrmals gebissen hat. Das 10-jährige Kind ist zu dem Hund in die Hütte gekrabbelt. DAS sind Sachen, die würde ich dem Kind unbedingt untersagen. Der Hund hat sich nicht grundlos in seine Hütte zurückgezogen.

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Re: Risiko für Kleinkinder durch den Familienhund wird unterschätzt

Beitrag von Buddy » 29.09.2016, 21:58

Kinder sind unberechenbar und übertreten Grenzen weil sie neugierig sind. Das gehört zum Kindsein dazu. Wir Erwachsenen müssen sie in solchen Fällen schützen und auf sie achten.
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