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chelsea
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Beitrag von chelsea » 12.07.2015, 19:25

der erste wolf wurde unweit freiburg auf der A5 erschossen.

ich gehe mal davon aus, ein wolf kommt nicht allein da es sich um ein rudeltier handelt.

kürzl sah ich einen beitrag wo eine hundehalterin beim spaziergang vor eine gruppe wölfe stand. sie wurde lediglich beobachtet und hat mit zwei hunden den rückzug angetreten.

wie steht ihr dazu, das der wolf wieder bei uns einzug hält und wie verhalten wir uns wenn es tatsächl zu begegnungen kommt?

forscher wie günter bloch haben ja ausreihend für lektüre gesorgt in denen sie das verhalten der wölfe auf den hund projizieren. nur treten unsere hunde i.d.R nicht im rudel auf.

welche gefahr birgt nun für den hundehalter eine begegnung mit einem wolfsrudel?
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Buddy » 12.07.2015, 19:49

Ich finde es toll das sie zurückkommen.

Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere ist, wie ist es wenn sie in unseren Wäldern leben, man einem Rudel begegnet.

Mir wäre es erst mal unheimlich. Wenn ich hier sitzte und Wolfsgeheule im Wald höre, hmm ich weiß nicht wie ich damit umgehen werde.

Wölfe haben eine Faszination für mich, allerdings über Fernsehen oder Wildpark. Da ist man auf der sicheren Seite.

Wie das ist wenn ich sie im Wald gegenüber habe, werden wir dann sehen.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von chelsea » 12.07.2015, 19:59

ja du schätzchen hast micht jetzt wirkl beruhigt.

in dem beitrag den ich sah, standen sie in einer reihe und haben auf den anpfiff gewartet.

alla wenn ihr nix mehr von mir hört...........
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Buddy » 12.07.2015, 20:10

Ich habe Deine Adresse noch vom Wichteln.

Komme dann uns suche Dich. :lol: :lol: :lol:

Spaß beiseite, was macht man wenn die vor einem stehen und man einen Hund hat der da auf Angriff geht ?

Oder die sich bedroht fühlen.

So toll sie sind, das sind Fragen die auf uns zukommen bzw bei Dir schon relevant sind.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Sus scrofa » 12.07.2015, 20:18

Anfangs kommt der Wolf schon erstmal alleine. Das sind Jungtiere, die sich ein eigenes Revier suchen. Später finden sie dann einen Partner, wenn sie Glück haben, und bilden ein eigenes Rudel. So wird verhindert, dass es zu Inzucht kommt.

Ich persönlich freue mich sehr darauf, dass hier die ersten Wölfe auftauchen. Leider bisher Fehlanzeige, bzw. nur Verdachtsmomente, keine echten Beweise.

Was die Gefahr angeht: Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, von einem Wolf verletzt oder gefressen zu werden. Aber so scheu und ungefährlich, wie viele Organisationen uns glauben machen, sind Wölfe nicht. Es gibt bereits jetzt in Deutschland genug Beispiele von Wölfen, die keine Scheu mehr vor dem Menschen zeigen. Eine Frau wurde mit ihren drei Retrievern in einem Wald verfolgt und erlitt einen Nervenzusammenbruch. Wölfe tauchen in Wohngebieten auf oder reißen Schafe - und lassen sich selbst von laut brüllenden "Wolfsberatern" nicht in die Flucht schlagen. Ein Jäger wurde angegriffen, als er sich nach seinem Rucksack bückte und dadurch kleiner aussah. Der Wolf stürmte von hinten heran. Der Mann hat mit der Kurzwaffe in den Boden geschossen und so schlimmeres verhindert. Auf dem Truppenübungsplatz Munster werden regelmäßig nachts auch Soldaten verfolgt.

Wir passen garantiert nicht ins Beuteschema, aber: Wölfe sind nicht blöd. Wenn die sich immer weiter vermehren und nicht bejagt werden, wird es früher oder später zu Konflikten kommen. Damit meine ich nicht, dass Wölfe uns jagen werden, aber es gibt ja verrückte Situationen: allein im Wald spielende Kinder, betrunken eingeschlafene Obdachlose... Wölfe sind Opportunisten.

Was die Hunde angeht: Es gab schon mehrere Jagdhunde in Deutschland, die bei Drückjagden getötet wurden (in anderen Ländern sowieso). Aber bei solchen "Diensthunden" redet niemand drüber. Wenn der erste Familienhund dran ist, vielleicht. In einem Wald mit hoher Wolfsdichte würde mein Hund jedenfalls nicht ins Treiben gehen.

Und dass grundsätzlich nur zahme oder tollwütige Wölfe Menschen anfallen ist Humbug. Nachzulesen z. B. hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Wolf_attacks_on_humans
Interessanterweise gibt es den Artikel nicht auf Deutsch.

Versteht mich nicht falsch. Vor einem gesunden, scheuen Wolf hätte ich keine Angst. Das Zauberwort lautet Habituation. Damit steht und fällt alles. Wenn der Wolf lernt, dass er vom Menschen nichts zu befürchten hat, verliert er die Scheu. Unkontrolliert steigende Populationen kombiniert mit Habituation in einem dicht mit Menschen besiedelten Land werden früher oder später zum Gau führen. Und früher oder später wird der Wolf in Deutschland wieder bejagt werden. Das sage ich als Biologin und nicht als Jägerin. Ein Wolf ist so ziemlich das einzige Tier, auf das ich nicht schießen könnte (außer er greift akut meinen Hund an). Ich hab schon beim Fuchs meine Probleme. Aber so wie NABU und Co sich das vorstellen, wird es auf Dauer nicht funktionieren. Das reguliert sich nämlich NICHT alles von alleine. Daher werden Wölfe auch in allen Ländern, in denen sie vorkommen, in meist sehr strikt reglementierten Aktionen bejagt - außer in Deutschland.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Sabine, Grille, Hummel » 12.07.2015, 23:30

Ich hätte auch nichts gegen den Wolf!

Aber, wie Claudia schon schrieb, die andere Seite der Medallie ist bedenklich.

Ich lebe in einem Landstrich wo er geradezu "herbei geredet" wird. Und die Herrschaften pallavern über die Niedersächsichen. Dabei ist der Weg von den Vogesen nicht weit und da kommt er eher her. Diese Art von Wölfen ist scheuer als die, über die ganz Deutschland redet - so jedenfalls lt. den Spezialisten, die diese Wölfe kennen.
ES gibt sogar ein "Preisgeld" für das 1. Foto, dass beweist das der 1. Wolf in der Südwestpfalz gesichtet wird!

Der NABU macht gerade richtig Stimmung gegen den Wolf. Und das bei einer Naturschutzorga. Auf FB werden gerade Bilder geteilt die aus D. stammen sollen! *schmunzel* Geht man der Sache nach, stammen sie aus Canada, USA und Dänemark!
Was aber dort gezeigt wird, ist dem Ruf des Wolfes für ein friedliches Zusammenleben nicht gerade zuträglich.

Mein Chef ist Jäger! Er weiß von Vorfällen mit Spaziergängern mit Hunden, darunter Kinder, die nicht gimpflich ausgingen! Bei den meisten Attacken waren es keine Rudel, sondern Einzelwölfe! Es wird nur nicht publiziert, da man keine Panik fördern will! Wölfe, wie Hunde, verteidigen ihr Revier! Und Hunde sind im dem Moment des Zusammentreffens Konkurrenz! Laut meinem Chef fanden die meisten Übergriffe in Verbindung mit nordischen Hunderassen und Schäferhunden statt.

Dann kommt die Viehwirtschaft hinzu! Dort ist die Angst und die Gegenwehr natürlich enorm! Dazu sage ICH allerdings, dass man genügend Gegenmassnahmen treffen kann. Pferde, spez. Stuten mit Fohlen, gehören Nachts in den Stall. Das gleiche gilt für Kühe/Rinder. Schafzüchter benötigen die richtigen Hütehunde oder entsprechende Schutzmassnahmen. Schließlich gibt es ja auch den Fuchs - und über die Schäden redet keiner!

Und ganz ehrlich!? Ich hab ein bisschen mehr als nur Manchetten, wenn hier wirklich der 1. Wolf auftaucht und ich bin mit meinen Cockern (im Freilauf) im Wald unterwegs! Wohl ist mir bei dem Gedanken überhaupt nicht!



Und über die irrwitzige Diskussion das bei uns (genau bei uns im Waldgebiet, vor meiner Haustür!) im Jan 2016 Luchse angesiedelt werden (aus Ungarn und der Slowakei; TraPo-Kosten p.Luchs 20.000,- €) ...... eijeijeijei! Da ist hier vom Schaf bis zum Wasserbüffel alles in Gefahr gefressen zu werden! :mrgreen:
Cocker sind wie eine Frikadelle - da ist alles drin!

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Kathrin
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Kathrin » 13.07.2015, 09:39

Anfang Juni ist im Ortenaukreis auch ein Wolf überfahren worden.
Ich bringe meine Alpakas nachts wieder rein, Hühner und Enten werden auch eingesperrt.
Meine Nachbarn haben zahme Füchse in den Heu/Strohlagern. Zu uns traut er sich wegen meinem Hund nicht mehr.
LG
...be happy with what you have...
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Zulle » 13.07.2015, 09:54

Sabine, Grille, Hummel hat geschrieben: Der NABU macht gerade richtig Stimmung gegen den Wolf. Und das bei einer Naturschutzorga.
Vollkommen falsch !!! Das Gegenteil ist der Fall.

Die Mitarbeiter der NABU initiieren mit ihrem Wolfsprojekt „Willkommen zu Wolf. Gekommen um zu bleiben“ Aufklärung in großem Stil. Seit 10 Jahren übrigens. Die NABU ist federführend in Deutschland hinsichtlich der Entwicklung von Wolf-Monitoringsstandards (wiss. Datenerfassung über Wölfe).

Dieses liefert Informationen über die Biologie und Lebensweise der Wölfe, sowie Größe und Entwicklung der Wolfsvorkommen. Die NABU entwickelt umfangreiche Leitlinien im Rahmen des Wolfsmanagements in Deutschland. Sie werben für Toleranz, Akzeptanz, Artenschutz und ein harmonisches Nebeneinander. Dieses funktioniert jedoch nur über WISSEN. Aus diesem Grund veröffentlichen die Biologen und NABU-Wolfsexperten Ghesa Kluth, Ilka Reinhard und Markus Bathen, Bücher, Broschüren, halten Vorträge, veranstalten Seminare, gehen an Schulen usw. Um Vorurteile aus dem Weg zu räumen, die aus Unkenntnis resultieren.

Leider kann ich im Moment die NABU Seite, auf welcher man umfangreiches Infomaterial zu diesem Projekt findet, aus techn. Gründen nicht aufrufen (und verlinken). Es gibt dort z.B. u.a. einen schnellen Fragenkatalog, der Antworten auf die wichtigsten Unklarheiten gibt.

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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Einstein » 13.07.2015, 10:22

Zulle hat geschrieben:
Sabine, Grille, Hummel hat geschrieben: Der NABU macht gerade richtig Stimmung gegen den Wolf. Und das bei einer Naturschutzorga.
Vollkommen falsch !!! Das Gegenteil ist der Fall.

(....)

Leider kann ich im Moment die NABU Seite, auf welcher man umfangreiches Infomaterial zu diesem Projekt findet, aus techn. Gründen nicht aufrufen (und verlinken). Es gibt dort z.B. u.a. einen schnellen Fragenkatalog, der Antworten auf die wichtigsten Unklarheiten gibt.
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 15812.html

... schätze mal, Du meist das hier :-)
Man sollte ruhig schreiben was man denkt, nur sollte man es vorher bedenken !
Im übrigen: "Lächeln ist die beste Art Zähne zu zeigen" (A. Einstein)

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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von JasminP » 13.07.2015, 10:44

Ich freue mich über die Rückkehr von Wolf und Luchs und habe auch keine Angst davor-vor Wildschweinen schon eher. Auch Bären wären deutlich gefährlicher als Wölfe. Ich denke man kann sehr gut Lösungen finden, die das Zusammenleben ermöglichen. Was spricht dagegen, z.B. Schafherden wie früher üblich von entsprechenden Hunden beschützen zu lassen?
Ich habe immer das Gefühl, dass vorallem die Jäger der Rückkehr deswegen skeptisch gegenüberstehen, weil sie ihnen ihre "Beute" streitig machen. Auf der einen Seite das Gejammer, dass das Wild sich so stark vermehrt und Schäden anrichtet-und man ja Jagen muss um die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen - aber dann einen natürlich Feind nicht hierhaben wollen und ihn als gefährlich verunglimpfen. Da wird er wieder als potentieller Kindermörder wie bei Rotkäppchen hingestellt. Aber Fakt ist auch, man kann halt nicht mehr so viel schießen wenn der natürliche Feind das Wild dezimiert.

Der Mensch muss wieder lernen mit der Natur zu leben. In Indien finden wir es ganz schlimm wenn Tiger abgeknallt werden, weil die Menschen sich bedroht fühlen und plädieren für ein "friedliches Miteinander"-und wir werden schon panisch wenn die Wölfe und Luchse zurückkehren. Das sind doch noch relativ scheue Tiere, die den Menschen nicht begegnen wollen und ihn auch nicht als Beute ansehen. Einige Vorsichtsmaßnahmen werden natürlich nötig sein aber das sollte doch einer Rückkehr nicht im Wege stehen.

Ich denke immer noch an eine Talksendung zu der auch Reinhold Messner geladen war (da ging es aber vorallem um die Rückkehr von Bären) wo er meinte -wir haben uns von der Evolution her durchgesetzt und den Bären verdrängt also hat er auch kein Recht mehr hier zu leben :shock: .Ich dachte ich hör nicht richtig. Als ich die Gästeliste sah war ich überzeugt er wäre ein Befürworter-immerhin hat er es ja mit der Umwelt. Aber anscheinend interessieren ihn nur seine Berge und nicht ihre Bewohner
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von chelsea » 13.07.2015, 10:57

@susanne, du hast evtl als jäger eine andere sichtweise. aber du schreibst zu anfang,es ist unwahrscheinl von einem wolf angegriffen gebissen zu werden. und weiter unter dementierst du das.

schäfer haben wolfsbeauftragte die sich schwer tun die wölfe zu vertreiben. also besitzen sie wohl nicht die natürliche scheu.

eine gefahr sehe ich auch in der revierverteidigung und darin das der hund artverwand ist. weiss ich wo ein wolf hunde zuordnet? ich gehe davon aus er ist ein feindbild, ein eindringling in das revier. und dann können wir aber die beine in die hand nehmen.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Uschi » 13.07.2015, 13:19

Ich finde es toll, dass sie wieder da sind. Bei einzelnen Wölfen kann es sich um Jungrüden handeln, welche auf der Wanderschaft sind. Hoffentlich hört das Märchen vom bösen Wolf endlich auf. Wölfe sind scheu und meiden in der Regel die Menschen.

Ich durfte Anfang des Jahres einem Wolf gegenüber stehen - Abstand ca. 10 Meter. Luna war genauso fasziniert wie ich. Kurzer Blickkontakt - dann hat er das Weite gesucht. Ich habe mich keinen Augenblick bedroht gefühlt. Es war ein wunderschönes Erlebnis. Ich war so baff, dass ich nicht daran gedacht habe, mit dem Handy ein Foto zu machen.

Und ich verrate Niemandem, wo das war. Genauso halten es diejenigen, welche ihn zu dieser Jahreszeit ebenfalls gesehen haben.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Sus scrofa » 13.07.2015, 13:35

chelsea hat geschrieben:du schreibst zu anfang,es ist unwahrscheinl von einem wolf angegriffen gebissen zu werden. und weiter unter dementierst du das.
Nicht ganz. Ich halte es für unwahrscheinlich, weil man einem Wolf erstmal begegnen muss. Ich glaube aber, dass ganz allgemein irgendwann mit den Wölfen was passiert, wenn sie keine natürliche Scheu mehr zeigen und sich unkontrolliert vermehren. Dieser Punkt ist noch nicht erreicht, aber er wird kommen.
JasminP hat geschrieben:Was spricht dagegen, z.B. Schafherden wie früher üblich von entsprechenden Hunden beschützen zu lassen?
Erstens lohnt sich das für viele Kleinschäfer nicht. Zweitens: Wenn ich die Wahl hätte, bei einer Bergwanderung einem Wolf oder einem Herdenschutzhund zu begegnen, würde ich eher den Wolf nehmen. Der Herdenschutzhund macht keinen Unterschied zwischen Wolf und Hund - selbst schon erlebt und beinah mit einem Setterleben bezahlt. Man kann die mit Sicherheit nicht in allen Gegenden in Deutschland einsetzen, ohne dass früher oder später ein zerfledderter Familienhund in der Bildzeitung auftaucht.
JasminP hat geschrieben: Ich habe immer das Gefühl, dass vorallem die Jäger der Rückkehr deswegen skeptisch gegenüberstehen, weil sie ihnen ihre "Beute" streitig machen.
Sehr richtig. Sorgt der Wolf für ein natürliches Gleichgewicht, braucht man den Jäger nicht mehr. Viele Jäger stört das natürlich - und die schreien am lautesten. :( Ich persönlich stell gern die Büchse in den Schrank, wenn der Wolf kommt. Finde den Gedanken ziemlich cool, in einem Ökosystem spazieren zu gehen, dass sich selbst reguliert und mich nicht mehr braucht. Ich sehe das Problem eher darin, dass sich die Wolfspopulation auch dann nicht einreguliert, wenn der Wildbestand stark gesunken ist, weil sie genug andere Beute in Form von Haustieren und Zivilisationsmüll finden. Kein Tier verhungert freiwillig. Und wie wildleer ein Revier mit Wolfsbestand ist, ist schon beeindruckend. Forstlich betrachtet ist das der Idealzustand.
JasminP hat geschrieben: und wir werden schon panisch wenn die Wölfe und Luchse zurückkehren. Das sind doch noch relativ scheue Tiere, die den Menschen nicht begegnen wollen und ihn auch nicht als Beute ansehen. Einige Vorsichtsmaßnahmen werden natürlich nötig sein aber das sollte doch einer Rückkehr nicht im Wege stehen.
Gegen die Rückkehr hat auch keiner was. Ich glaube eben nur, dass das ganze "friedliche Miteinander" unter steigendem Populationsdruck nicht so funktionieren wird, wie sich manch einer das vorstellt. Denn von natürlicher Scheu kann beim Wolf ja schon länger nicht mehr gesprochen werden. Wie viele Schlagzeilen gab es denn in letzter Zeit von Wölfen, die eben genau diese Scheu nicht mehr zeigen, wo schon Gummigeschosse und Co zur Sprache kamen?

Wie ihr vermutlich schon merkt ist das genau mein Thema. :mrgreen: Ich finde das nämlich alles sauspannend und verfolge es auch regelmäßig in der Presse. Aus einem rein wissenschaftlichen Blickwinkel ist das ein grandioses Experiment - ein anpassungsfähiger Räuber in einem dicht besiedelten Land, der dort vor dem Menschen nichts zu befürchten hat und sich unkontrolliert vermehren darf. Wie lange wird es dauern, bis die natürliche Scheu gänzlich verloren geht? Wie hoch muss die Dichte sein? Wann wird etwas passieren und wie? Oder wird bereits vorher ein Abschussplan eingeführt (von Politikern, denen es zu heiß wird - Diskussion läuft ja inzwischen schon)? Wie werden die Menschen darauf reagieren, wenn es einen Zwischenfall gibt? Gerade bei letzterem fürchte ich leider, dass dann wirklich die große Panik ausbricht und alle nach dem Abschuss brüllen... :(
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Zulle » 13.07.2015, 16:07

Danke Lisa :) .

Die Startseite für den allgemeinen Überblick des NABU-Wolfsprojektes wäre noch diese:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... iere/wolf/

Auch ist folgende schöne Broschüre zu empfehlen: Kann man bestellen, wenn man lieber etwas in der Hand haben möchte: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 10698.html

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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von JasminP » 13.07.2015, 16:08

Sus scrofa hat geschrieben:Nicht ganz. Ich halte es für unwahrscheinlich, weil man einem Wolf erstmal begegnen muss. Ich glaube aber, dass ganz allgemein irgendwann mit den Wölfen was passiert, wenn sie keine natürliche Scheu mehr zeigen und sich unkontrolliert vermehren. Dieser Punkt ist noch nicht erreicht, aber er wird kommen.
So schnell wie gedacht wird sich die Wolfpopulation auch nicht vermehren. Es werden sehr viele der Zivilisation zum Opfer fallen, durch Verkehrsunfälle, vergiftete Köder die ausgelegt werden, illegale Jagd und natürlich die "natürliche Auslese" durch Krankheiten, Verletzungen, Kämpfe mit anderen Rudeln usw.. Man kann das ganze noch gar nicht einschätzen und sollte nicht gleich ein Schreckensszenario an die Wand malen. Jetzt schon nach Abschuß zu schreien ist zu früh-es gibt noch Lebensraum für die Wölfe deswegen vermehren sie sich schnell-irgendwann begrenzt sich das ganze von alleine. Ein Wolf der keine Scheu mehr vor dem Menschen hat und ständig Städten oder Dörfern zunahe kommt kann man abschießen da hätte ich kein Problem mit und so hätten die Jäger ja doch noch einen Berechtigungssinn. Im Moment ist das für mich aber noch nicht in Sicht und nur ein Vorwand.
Sus scrofa hat geschrieben:Der Herdenschutzhund macht keinen Unterschied zwischen Wolf und Hund - selbst schon erlebt und beinah mit einem Setterleben bezahlt. Man kann die mit Sicherheit nicht in allen Gegenden in Deutschland einsetzen, ohne dass früher oder später ein zerfledderter Familienhund in der Bildzeitung auftaucht.
.
Herdenschutzhunde müssen entsprechend trainiert werden-normalerweise sollen sie die Wölfe erstmal nur verbellen und erst tätig werden wenn die Wölfe trotz allem einen Angriff auf die Herde starten. Bei größeren Herden ist ja der Schäfer auch dabei. Also sollte für Hunde die nicht die Herde angreifen und brav bei ihrem Menschen bleiben keine Gefahr bestehen. Es wird natürlich nie eine 100% Sicherheit geben. Man könnte mit Schildern entsprechende Bereiche zusätzlich kennzeichnen-man muss ja nicht überall mit den Hundis rumlatschen. Übrigens können auch Nutztiere wie Kühe für Hunde zur Gefahr werden, ebenso wie Wildschweine. Die Herdenschutzhunde die man braucht wären wahrscheinlich ein Minimalrisiko für den treuen Freund gegen die Risiken die vom Menschen ausgehen: Giftköder, schiesswütige Jäger und andere aggressive Hunde. Wieviele mussten dafür schon ihr Leben lassen?
Sus scrofa hat geschrieben: weil sie genug andere Beute in Form von Haustieren und Zivilisationsmüll finden.
Wöfe die in Städten ihr Unwesen treiben (werden wenn überhaupt meist Einzelwölfe sein, kein Rudel würde sich eine Stadt oder Dorf als Revier wählen) müssen dann entsprechend bejagt werden. Ich halte das Szenario von Wölfen, die erst den ganzen Wald leeren und dann die Dörfer überfallen für etwas überzogen. Einzeltiere die den menschlichen Behausungen zunahe kommen muss man vertreiben oder dann töten. So ist die Natur-ich sehe schon das Recht seinen Lebensraum zu verteidigen-allerdings auch die Pflicht auch den Tieren einen gewissen Teil zu überlassen.
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Re: Sie sind zurück.....

Beitrag von Buddy » 13.07.2015, 17:53

Herdenschutzhunde lassen sich das Verhalten nicht antrainieren.

Sie wurden auf Eigenständigkeit gezüchtet und arbeiten nicht auf Zuruf.

Wenn der Herdi sagt das ist gefährlich dann regelt er das.

Diese Hunde scheuen die Auseinandersetzung mit Bären und Wölfen nicht. Und sie leben ohne Menschen bei der Herde und schützen sie.

Tolle Hunde. Aber nicht einfach
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