Kulturkampf

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Zulle
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Kulturkampf

Beitrag von Zulle » 28.05.2015, 12:13

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... alten.html


"....Es gibt noch andere ungeklärte Fragen. Wie steht es um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung? Haben Hunde nicht auch einen Anspruch auf Schutz ihrer Intimsphäre? Wenn wir sie kitzeln, lachen sie nicht? Wenn wir sie verletzen, bluten sie nicht? Wenn wir sie vergiften, sterben sie nicht?

Hunde sind Menschen auf vier Beinen. Sie können nicht sprechen, aber sehr wohl kommunizieren. Es gibt kluge und dumme Hunde, sympathische und unsympathische, freundliche und hinterhältige. Auch das haben sie mit Menschen gemeinsam. Ihre Treue ist sprichwörtlich, aber nicht grenzenlos. Ein Hund merkt sich, wer ihn gekränkt hat, und nimmt nachhaltig übel. Wenn Hunde Gesetze machen könnten, würden sie keinen Leinenzwang für Menschen einführen. Und wenn sie wüssten, wie eine Fernbedienung funktioniert, würden sie beim Zappen nicht im Dschungelcamp oder in Heidi Klums Mädchen-Gulag hängen bleiben. Könnte es sein, dass es diese Art von intuitiver Intelligenz ist, um die wir die Tiere beneiden?

Schlussbemerkung Henryk M. Broder:

" .........Ist aber wurscht. Der echte Hundefreund macht sich auf die Liebe seines Lebens sowieso einen eigenen Reim:

Dass mir mein Hund viel lieber sei,
sagst du, oh Mensch, sei Sünde.
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde"


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Re: Kulturkampf

Beitrag von JasminP » 28.05.2015, 13:44

Also die Kommentare darunter spiegeln perfekt die angesprochene "Liebe" zwischen Hundehaltern und Hunde"hassern" wieder-ist als Hundeliebhaber schon tw. erschreckend was man da so liest. Interessant, dass viele die perfekte Kontrolle des Hundes forden, während die Spezies Mensch sich (wie es für mich scheint) immer ungehemmter entfalten können muss. Manche Menschen haben sich ja oft selbst nicht unter Kontrolle, gerade wenn sie was getrunken haben (was aber natürlich zum guten Ton gehört - sich volllaufen lassen und dann was Dummes machen).
Zum Thema " Häufchen":
Erst neulich hat ein Bekannter, dessen Haus direkt an einem bekannten Bierwanderweg liegt, erzählt, wie oft die lieben vorbeiziehenden Menschen ihre Ausscheidungen bei ihm im Garten hinterlassen. Ich selbst stelle vermehrt fest, dass auch hier immer öfter (am Wegrand!) Menschenkot und das benutzte Papier daneben rumliegen. Man sollte meinen ein Mensch hätte sich besser unter Kontrolle.
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 14:16

[quote="Zulle"]Hunde sind Menschen auf vier Beinen. Sie können nicht sprechen, aber sehr wohl kommunizieren. Es gibt kluge und dumme Hunde, sympathische und unsympathische, freundliche und hinterhältige. Auch das haben sie mit Menschen gemeinsam. Ihre Treue ist sprichwörtlich, aber nicht grenzenlos. Ein Hund merkt sich, wer ihn gekränkt hat, und nimmt nachhaltig übel. Wenn Hunde Gesetze machen könnten, würden sie keinen Leinenzwang für Menschen einführen. Und wenn sie wüssten, wie eine Fernbedienung funktioniert, würden sie beim Zappen nicht im Dschungelcamp oder in Heidi Klums Mädchen-Gulag hängen bleiben. Könnte es sein, dass es diese Art von intuitiver Intelligenz ist, um die wir die Tiere beneiden?[/quote]

Vielleicht führt gerades dieses zu dem "menschlichen" Wunsch immer mehr und besser kontrollieren/regulieren/bestimmen zu wollen.
Ich brauche keine guten Vorsätze. Ich bin mit den schlechten noch gar nicht durch.
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 14:22

JasminP hat geschrieben:Ich selbst stelle vermehrt fest, dass auch hier immer öfter (am Wegrand!) Menschenkot und das benutzte Papier daneben rumliegen. Man sollte meinen ein Mensch hätte sich besser unter Kontrolle.
....ebenso ...Pampers, Tampons usw. an Naturseen, Kiesgruben, Waldränder usw......
und trotzdem tüte ich auch da das Lotte-Häufchen ein.
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Zulle » 28.05.2015, 15:09

Man beobachtet schon eine starke Wandlung in der allgemeinen Aktzeptanz (und Wahrnehmung) von Hunden in der Gesellschaft. Sie werden thematisiert und politisiert und jeder denkt, eine Meinung haben zu müssen. Auf der einen Seite erleben wir die stetige Erforschung von Hundeverhaltens/Fähigkeiten/Intelligenz und ein somit wachsendes Verständnis ihres Wesens. Auf der anderen Seite formiert sich eine immer lauter werdende Gegnerschaft, die sich keinen Deut um Verhaltenserforschung schert, null Ahnung von Hunden und ihren Bedürfnissen hat, sich aber einbildet, dass ihr Leben von der Anzahl gesichteter Hundekackhaufen abhängt.


Unterhaltsames Beispiel, jüngst erlebt :
Ich habe bestimmt schon erwähnt, dass wir gern mit unseren Hunden Paddeltouren unternehmen. Da es ziemlich drollig aussieht, wenn beide Schlappohren so aufrecht und lieb im Kajak sitzen, bekommen wir fast ausnahmslos wohlwollend entzückte Kommentare vom Gegenverkehr zu hören: „Ach schau mal, die Hunde, wie süß“ oder ähnliche Sätze. So aus der Ferne sind sie gern gesehene Zeitgenossen. Doch oft nur, wenn sie sich perfekt „erzogen“, sauber und möglichst unauffällig (oder süß) der Welt präsentieren. Irgendwann legten wir an einer Schleuse an, wo sich andere Paddler eben auch aufhielten …. Und es passierte, was passieren musste, Edvin macht ziemlich zentral einen Haufen. Und schlagartig verwandelte sich das „ach wie süß“ in kritische und keinesfalls mehr wohlwollende Blicke .
Klar, habe ich (fast panisch) AUGENBLICKLICH alles fallen lassen und das Übel beseitigt, aber die allgemeine Sympathie hatte Edvin in diesem Moment verloren. So als illustres vorbeifahrendes Anschauungsobjekt war er willkommen, als verstoffwechselndes Mitgeschöpf schon wieder nicht mehr. :)
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Re: Kulturkampf

Beitrag von JasminP » 28.05.2015, 16:03

Zulle hat geschrieben:Klar, habe ich (fast panisch) AUGENBLICKLICH alles fallen lassen und das Übel beseitigt, aber die allgemeine Sympathie hatte Edvin in diesem Moment verloren. So als illustres vorbeifahrendes Anschauungsobjekt war er willkommen, als verstoffwechselndes Mitgeschöpf schon wieder nicht mehr.
Das ist schon traurig-selbst wenn man es wegmacht erntet man immer noch böse Blicke. Naja Hundekacke ist ja auch supergiftig und hat diesen Platz auf alle Ewigkeiten verunreinigt, so dass man ihn nie wieder anfassen oder berühren und auch nicht mal mehr drüberlaufen kann ohne sich eine ganz schlimme Erkrankung zu holen.
Ist ja egal dass jede Menge Leute es nicht für nötig halten nach ihrem Geschäft die Hände zu waschen und fröhlich alles anlangen, mit ihren Tabakpranken überall hinlangen und gelbe Spuren hinterlassen und natürlich auch die gesunde Zigarettenluft, sich tagtäglich krebserregende Stoffe auf die Haut schmieren oder mit ebensolchen ungesunden Putzmitteln putzen und desinfizieren. Auch löblich dass sich alle immer in die Armbeuge husten um ihre Mitmenschen vor dem Bazillensturm zu schützen.
Wenn ich darüber nachdenke wo, wann, welche gefährlichen Keime oder Stoffe auf mich lauern könnten die mir schaden könnten wäre ich schon längst ein Fall für den Nervenarzt. Velleicht sollte man auch mal in den Nachrichten bringen, dass wir in einer nicht sterilen Welt leben-und Hundekacke nicht unser aller Untergang ist.
Noch eine Geschichte zu Hundehaufen:
Neulich hat Zorro auch bei uns direkt in der Nachbarschaft gemacht und ich spürte schon förmlich die Blicke und hörte schon Hände reiben in der Hoffnung mich dafür anraunzen zu können (man hat den Eindruck manche warten förmlich auf so eine Gelegenheit). Doch schwupps zog ich mein Tütchen aus der Tasche und der Stein des Anstoßes war beseitigt :mrgreen:
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 16:47

JasminP hat geschrieben:Auch löblich dass sich alle immer in die Armbeuge husten um ihre Mitmenschen vor dem Bazillensturm zu schützen.
Das schätze ich ganz besonders :mrgreen: :mrgreen:
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Beitrag von Zulle » 28.05.2015, 17:05

Ich dachte immer, es sei RICHTIG und rücksichtsvoll, in die eigene Armbeuge zu niesen ....... :?: ..... Oder habe ich den aktuellen Stand der Erkenntnisse verpasst und es gibt einen neuen empfohlenen Ort, um private Bazillen zu "entsorgen" ??? :mrgreen:
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 17:12

Zulle hat geschrieben: Oder habe ich den aktuellen Stand der Erkenntnisse verpasst und es gibt einen neuen empfohlenen Ort, um private Bazillen zu "entsorgen" ???
Ich finde Kniebeuge wäre der bessere Ort.....hätte auch einen höheren Unterhaltungswert :mrgreen:
Ich brauche keine guten Vorsätze. Ich bin mit den schlechten noch gar nicht durch.
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Re: Kulturkampf

Beitrag von JasminP » 28.05.2015, 17:18

Zulle hat geschrieben:Ich dachte immer, es sei RICHTIG und rücksichtsvoll, in die eigene Armbeuge zu niesen .......
Ja ist es auch-ich habe es mehr ironisch gemeint-dass es eben die wenigsten machen, sondern sie eben beliebig in der Gegend rumhusten und rumniesen und ihre Bazillen verteilen - es auf jeden Fall es als unnötig erachten die Armbeuge vorzuhalten.
Charlotte hat geschrieben:Ich finde Kniebeuge wäre der bessere Ort.....hätte auch einen höheren Unterhaltungswert
Auf jeden Fall :lol: !
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 17:31

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 36616.html

guck mal Jasmin, es gibt eine Gegenstimme :mrgreen: :mrgreen

könnte es sein, dass wir entgleisen?
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Beitrag von Zulle » 28.05.2015, 18:01

Höhö :D in die linke Hand also ...Wie in Indien ...da werden mit der linken Hand noch ganz andere (hygienische) Handlungen vollzogen und im gemeinsamen Umgang wird nur die rechte Hand benutzt. Die Idee ist geklaut .... :mrgreen:
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 18:16

stimmt....habs nachgelesen...was sie alles so mit "links" machen :D
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Re: Kulturkampf

Beitrag von JasminP » 28.05.2015, 18:36

Charlotte hat geschrieben:http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 36616.htmlguck mal Jasmin, es gibt eine Gegenstimme :mrgreen

Hätte auch Unterhaltungswert-zuzuschauen wie die Menschen versuchen einarmig das Desinfektionsfläschen aus irgendeiner Tasche herauszuangeln oder bis zum nächsten Waschbecken verzweifelt versuchen jeden Kontakt mit der kontaminierten Hand zu vermeiden. :mrgreen:
Zulle hat geschrieben:Höhö in die linke Hand also ...Wie in Indien ...da werden mit der linken Hand noch ganz andere (hygienische) Handlungen vollzogen und im gemeinsamen Umgang wird nur die rechte Hand benutzt.
Oje was ist mit Leuten die immer links und rechts verwechseln? :mrgreen:
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Re: Kulturkampf

Beitrag von Charlotte » 28.05.2015, 18:44

Dieses Thema ist wirklich wesentlich komplexer und vielschichtiger als zunächst mal angenommen.
Es lohnt sich doch immer das mit Interessierten ernsthaft zu diskutieren :lol:
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Re: Kulturkampf

Beitrag von JasminP » 28.05.2015, 19:11

Charlotte hat geschrieben:Dieses Thema ist wirklich wesentlich komplexer und vielschichtiger als zunächst mal angenommen.Es lohnt sich doch immer das mit Interessierten ernsthaft zu diskutieren
Stimmt :mrgreen: . Ich glaube darüber könnte man locker ne 100-seitige Abhandlung schreiben (vielleicht gibts ja sogar schon eine) und die Möglichkeiten unter den Gesichtspunkten Infektionsrisiko, Komfort, Verfügbarkeit usw. diskutieren-wäre auch nicht verrückter als manche Experimente die im Namen der Wissenschaft gemacht werden :mrgreen: .
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